Deutsche Lufthansa: Billig-Airline als Schutzschild
Die Lufthansa macht Nägel mit Köpfen. Wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte, wird es zum 1. Januar 2013 eine Billigfluglinie gründen. Die Nachricht könnte der Aktie weiteren Auftrieb verleihen.
Um im Wettbewerb mit den Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet konkurrenzfähig zu bleiben, wird die Lufthansa eine eigene Billigfluglinie gründen. Das hat das Unternehmen am Mittwochabend entschieden. Durch die Bündelung der Direktverkehre sollen Effizienzpotenziale in hohem Ausmaß gehoben werden. Die Aktie könnte einen neuen Schub gut vertragen.
90 Jets im Anflug
Die neue Fluglinie wird für alle Flüge außerhalb der Drehkreuze München und Frankfurt zuständig sein. Dazu werden zum Jahreswechsel die Lufthansa-Direktverkehre mit der Tochter Germanwings kommerziell und organisatorisch zusammengeführt, beschloss der Vorstand am Mittwoch. Dafür wird keine neue Gesellschaft gegründet, sondern die bereits bestehende Germanwings GmbH als Basis genutzt. Der Sitz des Unternehmens bleibt Köln.
Ab dem 1. Januar 2013 werden über 90 Jets für die neue Airline fliegen. Im ersten Jahr sollen rund 18 Millionen Passagiere befördert werden, teilte Lufthansa weiter mit. Ein Markenname für die neue Gesellschaft steht noch nicht fest und soll erst in den kommenden Monaten gefunden werden.
Aktie im Steigflug
Die Lufthansa-Aktie hat Anfang September eine starke Performance gezeigt und den Widerstand bei 10,64 Euro überwunden. Seitdem konsolidiert die Aktie auf diesem Niveau. Mit der Meldung im Rücken könnte der DAX-Konzern einen neuen Anlauf auf die 11-Euro-Marke und anschließend auf das Jahreshoch bei 11,375 Euro unternehmen. Nach unten sichert das Zwischentief bei 9,60 Euro ab.

Die einzige Chance
Die umstrittene Maßnahme der Lufthansa muss noch ein paar Hürden (Einigung mit Gewerkschaften, Lufthansa-Mitarbeiter müssten zu niedrigeren Bezügen in die neue Gesellschaft wechseln) überwinden, der Konzern hat aber keine andere Wahl. Gelingt die Umsetzung, sind auf Sicht von ein bis zwei Jahren auch wieder Kurse um 14 Euro möglich.
mit Material von dpa-AFX
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