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Deutsche Lufthansa: 80 Prozent aufwärts

Werner Sperber
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Die Konjunktur kühlt sich ab und wenn die Luft kälter wird, trägt sie nicht mehr so gut. Das wissen Segelflieger und anscheinend auch die Analysten. Allerdings sind die sich in der Beurteilung der weiteren Aussichten für die Aktie der Deutschen Lufthansa gar nicht einig.

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Aufgrund der Konjunktur-Risiken weht auch der in Köln ansässigen Deutschen Lufthansa ein rauer Wind entgegen. Andererseits ist deshalb auch der Öl- beziehungsweise Kerosin-Preis gesunken. Es gleicht sich eben Vieles aus und Vieles kann man aus verschiedenen Blickwinkeln sehen. So kommen die unterschiedlichen Einschätzungen der Analysten zur Aktie der Deutschen Lufthansa zu erklären. Jochen Rothenbacher etwa, Analyst von Equinet, glaubt, ein Verkauf des Geschäftsbereichs Informationstechnologie und der für die Bordverpflegung verantwortlichen Tochterfirma LSG Sky Chef seien durchaus sinnvoll, denn der Vorstand könnte sich so auf das Kerngeschäft der Fluggesellschaft konzentrieren. Deshalb rät Rothenbacher weiterhin dazu, die Aktie mit einem Kursziel von zehn Euro zu halten.

Der Lufthansa-Kurs ist zu niedrig

David Pitura, Analyst von JPMorgan, bleibt auch bei seiner Einschätzung und die lautet: Die Aktie der Deutschen Lufthansa ist der "Top Pick" im Fluglinien-Sektor, die Aktie ist überzugewichten und das Kurspotenzial reicht bis 13,20 Euro.

Johannes Braun, Analyst der Commerzbank, bezieht sich ebenfalls auf die Verkaufspläne und auch auf das nun endgültige Aus für die Tochterfirma Jade Cargo aus der Volksrepublik China. Die möglichen Verkäufe seien bekannt und die angekündigte Schließung entlastet den Konzern von einem niedrigen zweistelligen Verlustbeitrag. Weitere Abschreibungen auf die chinesische Frachtfirma sind aufgrund des schon niedrigen Buchwerts nicht zu erwarten. Dieser Schritt untermauert die strenge Haltung des Vorstands zu verlustträchtigen Unternehmensteilen. Deshalb rät Braun weiterhin zum Kauf der Aktien mit dem Kursziel von 13,50 Euro.

Andrew Light, Analyst der Citigroup, hält die Aktie der Deutschen Lufthansa im weltweiten Branchenvergleich als eine der am günstigsten bewerteten. Dabei sollten diese Anteile wegen der Aktivitäten in anderen Bereichen, vor allem in der Technik, sogar einen Aufschlag im Vergleich zu denen der Konkurrenten erhalten. Trotz des im Vergleich zum Euro nun erstarkten Dollar erhöhte Light seine Gewinnschätzungen, schließlich ist der Ölpreis gesunken. Deshalb empfiehlt auch Light weiterhin den Einstieg, senkte jedoch sein Kursziel von 16 auf 15 Euro.

Auch eine Fluglinie braucht einen Boden

Insgesamt schätzen die Analysten die Gewinne je Aktie für die Jahre 2012 bis 2014 auf 0,42 Euro, auf 0,96 Euro und auf 1,52 Euro. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 20, von 9 und von 5. Das sind ab dem nächsten Jahr durchaus günstige Bewertungen, wenn sie denn so zustande kommen. Momentan wird an der Börse wieder der Weltuntergang befürchtet und die Aktie der Deutschen Lufthansa steigt mit dem DAX oder geht mit ihm unter. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger erst abwarten bis ein Boden ausgebildet worden ist - auch wenn die Deutsche Lufthansa eine Fluggesellschaft ist. Da der Konzern im Branchenvergleich sehr gut aufgestellt ist, dürfte sich ein bereits eingegangenes Engagement mittel- bis langfristig allerdings lohnen. Das Kursziel bleibt demnach bei 14 Euro.

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