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Deutsche Börse: Fusion geplatzt

Michael Herrmann

Die EU-Kommission hat den Zusammenschluss zwischen Deutsche Börse und NYSE Euronext untersagt. Das Nein der europäischen Wettbewerbshüter ist aber keine Überraschung. In den vergangenen Wochen haben sich bereits die Anzeichen für ein solches Urteil gemehrt. Entsprechend entspannt reagieren die Anleger des DAX-Konzerns.

Der große Traum von der weltgrößten Börse ist ausgeträumt. Die Fusionspläne von Deutscher Börse und NYSE Euronext scheiterten heute an den europäischen Wettbewerbshütern. "Ungeachtet der von den Unternehmen angebotenen Abhilfemaßnahmen ist die Europäische Kommission zu der Einschätzung gelangt, der Zusammenschluss behindere in erheblichem Maße effektiven Wettbewerb", teilte die Deutsche Börse mit.

Problemfall Derivatemarkt

Zwar können die Konzerne noch gegen das Nein aus Brüssel vor dem Europäischen Gerichtshof klagen, die Erfolgsaussichten sind allerdings sehr gering. Vor allem auf dem Derivatemarkt wäre durch die Fusion ein Anbieter mit einem Marktanteil von über 90 Prozent entstanden. Da dieser äußerst lukrativ ist, sind weitreichende Zugeständnis der Konzerne unwahrscheinlich.

Halteposition

Anleger der Deutschen Börse reagieren heute erwartungsgemäß gelassen auf die geplatzte Fusion. In den vergangenen Wochen hat sich das Nein aus Brüssel schließlich bereits stark abgezeichnet. Wegen des Damoklesschwerts der drohenden Einführung einer Finanztranskationssteuer bleibt die Aktie trotz der günstigen Bewertung und der attraktiven Dividendenrendite nur eine Halteposition.

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