Die Deutsche Bank steht wegen eines unmoralischen Finanzproduktes in der Kritik. Laut der Ombudsstelle des Bundesverbandes deutscher Banken sei eine Wette auf das Ableben von Menschen, die die Deutsche Bank angeboten hatte, nicht mit der Wertordnung des Verbandes in Einklang zu bringen.
Auslöser für die Kritik ist der Fonds Kompass Life 3, mit dem Anleger auf die Lebenserwartung von Menschen spekulieren können. Die Deutsche Bank ließ offenbar 500 Amerikaner von einem Dienstleister nach diversen Kriterien aussuchen, die lediglich so taten, als schlössen sie eine Lebensversicherung ab. Sie mussten sich einer medizinischen Untersuchung unterziehen. Danach konstruierten die Finanzexperten ein kompliziertes Finanzprodukt. Ob am Ende die Bank oder der Anleger gewinnt, hängt davon ab, wie alt die Referenzpersonen werden.
"Kaum im Einklang"
"Bestimmte Menschen werden instrumentalisiert, um Kapitalanlegern oder der Emittentin (...) eine Rendite zu verschaffen", rügt die Ombudsstelle des Bankenverbandes. Das Produkt sei nicht "mit unserer Wertordnung, insbesondere der im Mittelpunkt stehenden Unantastbarkeit der menschlichen Würde (Art.1 Abs. 1 GG) kaum in Einklang zu bringen".
Aktie ist ein Kauf
Für die Deutsche Bank ist die Meldung zwar peinlich, allerdings sollte sie den Aktienkurs kaum beeinflussen. Die Anleger werden sich vielmehr auf die Zahlen der Schweizer Großbank UBS und auf die Griechenland-Verhandlungen konzentrieren. DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Kaufempfehlung für die Deutsche Bank. Das Kursziel mit Sicht auf zwölf Monaten lautet 46 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 25 Euro gesetzt werden.
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