Thorsten Küfner
Der Deutschen Bank ist es gelungen, seit dem Beginn der Finanzkrise die Kundenzahl in der Vermögensverwaltungssparte zu erhöhen. Nun soll dieser Bereich im Zuge der Übernahme von Sal. Oppenheim neu strukturiert werden.
Während Global Player wie die UBS immer noch stark unter dem Rückzug von Kundengeldern zu leiden haben, verzeichnet die Deutsche Bank im Geschäft mit vermögenden Kunden positive Wachstumsraten. Ulrich Stephan, der Leiter der Sparte Private Banking, erklärte gegenüber Euro am Sonntag: "Wir haben Kunden und Anlagevolumen hinzugewonnen, im vierten Quartal 2008 und im Jahr 2009. Das liegt einerseits an der aktiven professionellen Beratung, andererseits auch daran, dass unsere Bank die Krise ohne staatliche Hilfen gemeistert hat."
Um zehn Prozent gewachsen
In den ersten neun Monaten stieg das Mandatsvolumen um zehn Prozent. Laut Pierre de Weck, Chef der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, sollen derart hohe Wachstumsraten beibehalten werden. Er betonte gegenüber der Wirtschaftswoche: "Zehn Prozent Wachstum sind bei einem Markt, der jährlich um etwa fünf Prozent größer wird, ein ambitioniertes Ziel, das ich aber weiter für realistisch halte."
Umstrukturierung notwendig
Indes erklärte de Weck aber auch, dass die Deutsche Bank zahlreiche Umbaumaßnahmen im Vermögensverwaltungsgeschäft vornehmen wird. So wird sich der deutsche Branchenprimus aus einigen Ländern (Taiwan, Indonesien, Thailand) zurückziehen, in denen der Konzern nicht die erforderliche Größe erreichen kann. In anderen Teilen Asiens soll das Engagement der Deutschen Bank hingegen ausgebaut werden, vor allem in Hongkong oder Singapur. "Auch in den USA sehen wir durch die Schwäche einiger Wettbewerber Chancen für uns und werden unser Geschäft dort ausbauen", fügte de Weck hinzu. Zudem erklärte de Weck, dass die Marke Sal. Oppenheim auch nach der Übernahme erhalten werden soll.

Weiterhin ein klarer Kauf
Die Deutsche Bank setzt ihren Kurs konsequent fort und forciert den Ausbau der Aktivitäten in der Vermögensverwaltung, was sehr positiv zu werten ist. Denn die Erträge aus dieser Sparte sind weit weniger schwankungsanfällig als jene, die im volatilen Investmentbanking erzielt werden. Die Chancen auf weiter steigende Gewinne sind unter anderen auch deshalb sehr gut. Mit einem 2009er-KGV von 8 ist die Aktie zudem noch günstig bewertet und ist daher ein klarer Kauf. (Kursziel: 63,00 Euro; Stoppkurs 44,50 Euro)