Deutsche Bank doch mit Kapitalerhöhung?
Die Aktie der Deutschen Bank konnte sich gestern endlich deutlich erholen. Zuvor litten die Titel unter der Unsicherheiten bezüglich des Libor-Skandals sowie der schwachen Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal. Es könnte allerdings noch ein weiterer Belastungsfaktor hinzukommen.
Die zuletzt gebeutelte Aktie der Deutschen Bank konnte im gestrigen Handel endlich stark zulegen. Dank der Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi im Rahmen einer Rede in London zählten die Anteile von Deutschlands größter Privatbank zu den größten Gewinnern im DAX. Allerdings könnte es auch rasch wieder bergab gehen, sollten sich die zum Teil eher düsteren Prognosen einiger Experten bewahrheiten und die Frankfurter Großbank erneut neue Aktien ausgeben, um die im internationalen Vergleich relativ niedrige Kernkapitalquote zu erhöhen.
Neue Aktien für acht Milliarden Euro
So erklärte etwa Credit-Suisse-Analyst Amit Goel, es bestehe die Sorge, dass anlässlich der Strategietagung im September die Deutsche Bank möglicherweise eine Kapitalerhöhung oder eine neue Wandelanleihe ankündigen könnte. Einige Experten beziffern den Kapitalbedarf der Frankfurter auf stattliche acht Milliarden Euro. Die Deutsche Bank hatte zwar stets betont, die Kernkapitalquote von zuletzt 10,2 Prozent (nach den zukünftig geltenden strengeren Basel-III-Richtlinien allerdings nur 7,2 Prozent) durch den Abbau von Risikopositionen erhöhen zu wollen. Dies könnte in der aktuellen Marktlage allerdings sehr schwer werden. Mit Spannung erwarten daher viele Experten die im September veröffentlichte Strategie der neuen Führung des DAX-Konzerns.
Nur für Mutige
Konservative Anleger sollten aufgrund der kaum abschätzbaren Folgen des Libor-Skandals sowie der nervösen Marktlage einen Bogen um die Aktie der Deutschen Bank machen. Mutige, langfristig orientierte Anleger können das niedrige Kursniveau (KGV von 5 und KBV von 0,4) zum Einstieg nutzen, sollten aber den Stopp bei 22,00 Euro beachten.
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