Deutsche-Bank-Aktie: Das sieht wieder nicht gut aus
Nach einem schwachen Start mit einem Minus von 2,5 Prozent notiert die Aktie der Deutschen Bank am Dienstagmorgen fast unverändert. Neben Gewinnmitnahmen belastet derzeit ein ungünstiger Verlauf im Kirch-Prozess.
Das Oberlandesgericht München hält es für "sehr wahrscheinlich", dass der einstige Vorstandschef Rolf Breuer den 2002 ums Überleben kämpfenden Medienkonzern von Leo Kirch gezielt unter Druck gesetzt habe. Die Deutsche Bank dürfte das Ziel gehabt haben, eine Umstrukturierung der Kirch-Gruppe zu begleiten oder zumindest eine Sanierung an der Deutschen Bank vorbei zu verhindern, heißt es in einem noch nicht veröffentlichten Gerichtsbeschluss, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Kirchs Schaden hätte danach im Entzug der wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit bestanden, den die Bank "zumindest billigend in Kauf genommen" hätte.
Zwei Milliarden Euro Schadenersatz
Die Erben des im Juli 2011 verstorbenen Leo Kirch und Insolvenzverwalter haben die Bank auf gut zwei Milliarden Euro Schadenersatz verklagt. Sie werfen Breuer vor, den Medienkonzern sittenwidrig vorsätzlich geschädigt zu haben. Die Kirch-Gruppe war im April 2002 pleite gegangen. Breuer hatte zwei Monate zuvor in einem Fernsehinterview Kirchs Kreditwürdigkeit bezweifelt. Das Urteil in dem Schadenersatzprozess könnte schon im November fallen. Der Vorsitzende Richter Guido Kotschy sagte am Montag im Prozess, die Beweisaufnahme zur Frage, ob eine Haftung dem Grunde nach besteht, sei aus seiner Sicht abgeschlossen.

Chance für Mutige
Der Kirch-Prozess dürfte den Aktienkurs der Deutschen Bank nicht nachhaltig belasten. DER AKTIONÄR sieht in dem Titel nach wie vor einen Kauf für spekulativ orientierte Anleger. Das Kursziel auf Jahressicht lautet 40 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 26,50 Euro gesetzt werden.
Mit Material von dpa-AFX
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