Andreas Deutsch
Für die Aktionäre der Deutschen Bank könnte es auch am Freitag ungemütlich werden. Vorbörslich notiert das Papier im Minus. Am Donnerstag hatte der deutsche Branchenprimus Zahlen weit unterhalb der Erwartungen vorgelegt. Was sollen Anleger tun?
Das hatte sich Josef Ackermann anders vorgestellt. Am Donnerstag präsentierte der Vorstandschef der Deutschen Bank zum letzten Mal die Bilanz des deutschen Marktführers - und schockierte den Markt. Im vierten Quartal verdiente die Deutsche Bank unterm Strich nur 147 Millionen Euro. Die Analysten hatten im Schnitt mit mehr als einer halben Milliarde Euro gerechnet. Vor Steuern verbuchte die Deutsche Bank sogar einen Verlust von 351 Millionen Euro. Hier hatte die Konsensschätzung bei einem Gewinn von rund 900 Millionen Euro gelegen.
Ackermann stichelt gegen Jain
Woran lag es, dass die Deutsche Bank so weit hinter den Erwartungen zurückblieb? Laut Ackermann am schwachen Ergebnis der Investmentsparte. Die wird ausgerechnet von seinem designierten Nachfolger Anshu Jain geführt. "Alle anderen haben geliefert", sagte Ackermann am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz. Da er Jain gut kenne, wisse er: "Er war selbst auch nicht zufrieden mit dem Ergebnis."
Bieter für Vermögensverwaltung
Wie die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires berichtet, gibt es für das auf den Prüfstand gestellte Asset Management der Deutschen Bank nur noch eine Handvoll Interessenten. In die nächste Runde hätten es der Vermögensverwalter State Street, die australische Bank Macquarie, JP Morgan Asset Management sowie die Private-Equity-Firma Apax Partners geschafft. Verbindliche Gebote müssen bis Mitte Februar vorliegen, heißt es.
Aktie ist ein Kauf
Nach Einschätzung des AKTIONÄR ist die Aktie der Deutschen Bank sehr günstig bewertet und trotz der schwachen Zahlen für das vierte Quartal 2011 kaufenswert. DER AKTIONÄR sieht das Kursziel auf Jahressicht nach wie vor bei 46 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 25 Euro gesetzt werden.
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