Deutsche Bank: Geduldsprobe
Das Bundesverfassungsgericht hat die Anleger am Dienstag enttäuscht. Ein Urteil zu den Eilanträgen gegen den Euro-Rettungsschirm ESM und den EU-Fiskalpakt werde es wohl erst in ein paar Monaten geben. Auch die Aktie der Deutschen Bank geriet unter Druck.
Wie Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle am Dienstag erklärte, könnte das Gericht eine Art Zwischenverfahren wählen, um die Klagen genauer zu prüfen. Als Zeitraum gab er zwei bis drei Monate an. Einen genauen Termin nannte Voßkuhle allerdings nicht. Die Richter ließen auch offen, ob sie eine genauere Prüfung vornehmen wollen und länger Zeit brauchen.
"Zugespitzte Situation"
Solange das Bundesverfassungsgericht nicht entscheidet, solange kann der ESM, der dauerhafte Euro-Rettungsschirm nicht aufgespannt werden. Finanzminister Wolfgang Schäuble wies nach der Verhandlung auf den Ernst der Lage hin: "Wir sind in einer sehr zugespitzten Situation, niemand kann genau vorhersehen was passiert."
Optimistischer Analyst
Die Anleger reagierten enttäuscht auf die Aussagen Voßkuhles. Die Aktie der Deutschen Bank fiel um 1,2 Prozent auf 26,80 Euro. Auch am Mittwochmorgen gerät das Papier unter Druck.
Laut Johannes Thormann, Analyst bei HSBC, hat die Aktie der Deutschen Bank Potenzial bis 43 Euro. Der Experte stuft den Titel nach wie vor mit "Übergewichten" ein. Thormann verweist in seiner Studie auf die hohen Margen im Kreditgeschäft mit mittelständischen Unternehmen. Die Refinanzierung sei für die hochliquiden deutschen Kreditinstitute nach wie vor kein Problem. Der Experte ist deshalb grundsätzlich positiv gestimmt für die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Aareal Bank.
Chance für Mutige
DER AKTIONÄR sieht die meisten Risiken im Aktienkurs der Deutschen Bank eingepreist. Anleger mit Mut zum Risiko nutzen das günstige Niveau zum Einstieg und sichern ihre Position bei 22 Euro ab.
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