Deutsche Bank, Commerzbank, Aareal Bank: Kein Schuldenschnitt Italiens
Durchatmen bei der Aareal Bank, Commerzbank und Deutsche Bank? Charles Dallara, der Chef des internationalen Banken-Branchenverbandes IIF, hat erklärt, dass es für Italien keinen Schuldenschnitt wie für Griechenland geben werde. Die Kurse schmieren dennoch ab.
Angesichts der hohen italienischen Staatsschulden spekulieren offenbar einige Marktteilnehmer offenbar auch auf einen Schuldenschnitt für italienische Staatsanleihen. Diesen Gedankenspielen schob der Geschäftsführer des Banken-Branchenverbands IIF, Charles Dallara, nun einen Riegel vor: „Wir können uns das in keinem Fall vorstellen. Griechenland war eine Ausnahme." Dies sollte die Kurse der deutschen Finanzwerte eigentlich stützen, doch diese scheinen ihren Abwärtstrend fortzusetzen. Offenbar traut der Markt den Aussagen Dallaras nicht wirklich. Ein Schuldenschnitt Italiens dürfte zumindest zwei der drei großen börsennotierten Banken deutlich stärker belasten als der Griechenlands.
Commerzbank am stärksten engagiert
Während die Deutsche Bank gemessen an der Bilanzsumme nur mit einem sehr überschaubaren Anteil in italienischen Schuldverschreibungen investiert ist beziehungsweise mit Hilfe von Kreditausfallversicherungen (CDS) gegen dieses Risiko relativ gut abgesichert ist, sieht es bei der Aareal Bank und der Commerzbank schon wesentlich trüber aus. Die Commerzbank verfügte Ende September über Staatsanleihen im Volumen von 7,9 Milliarden Euro. Die Aareal Bank hat sich zwar in den vergangenen Monaten von rund einem Viertel der italienischen Staatstitel getrennt, hält mit 1,2 Milliarden Euro allerdings immer noch einen gemessen an der Bilanzsumme relativ hohen Anteil von fast drei Prozent. Allerdings hält der Wiesbadener Immobilienfinanzierer keinerlei Anleihen von Griechenland, Spanien oder Irland.
Nicht überbewerten!
Anleger sollten die Sorgen um Italien nicht überbewerten. Schließlich erzielt das Land Primärüberschüsse (der Staatshaushalt wäre also ohne Zinszahlungen im Plus) und verfügt nun wohl endlich auch über eine Handlungswillige Regierung. Ein Vergleich mit Griechenland ist daher vollkommen übertrieben.
Dennoch sollten vorerst nur risikofreudige Anleger bei Deutsche Bank (unsere Einschätzung zur Aktie finden Sie hier), Aareal Bank und Commerzbank einsteigen und davor noch eine charttechnische Stabilisierung der Lage abwarten.
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