Deutsche Bank: 35 oder 40 Euro?
Die Aktie der Deutschen Bank zählt zu den günstigsten Titeln im Bankensektor. Wo genau der faire Wert für das größte deutsche Geldhaus liegt, darüber sind sich die Experten allerdings noch uneinig. Für die Mehrheit der Analysten aber steht zumindest fest: Der faire Wert liegt über dem aktuellen Kursniveau.
Die WestLB hat das Kursziel für die Anteile der Deutschen Bank von 42,00 auf 35,00 Euro gesenkt, rät allerdings weiterhin zum Kauf. Analyst Georg Kanders reduzierte wegen des schwachen Kapitalmarktumfelds seine Gewinnschätzungen. Die Marktaktivität habe sich im Mai nicht erholt und der weltweite Aktienmarkt habe einen harten Schlag erhalten. Darunter dürfte das für die Frankfurter sehr wichtige Investmentbanking leiden. Die Emissionsvolumina im Anleihemarkt hätten nicht die Höhe der zweiten Aprilhälfte erreicht und dürften sich nach Ansicht von Kanders auch im Juni nicht verbessern. Der Analyst geht darüber hinaus angesichts des schwachen Aktienmarktes davon aus, dass es zu einem Rückgang des verwalteten Vermögens kommen wird.
Kursziel 40,00 Euro
Equinet hat die Einstufung für Deutsche Bank mit "Buy" bestätigt und das Kursziel bei 40,00 Euro belassen. Analyst Philipp Häßler erklärte, dass die Deutsche Bank nach Zweigstellen in Italien Ausschau halte (Anmerkung der Redaktion: Laut einem Medienbericht soll der DAX-Konzern Interesse an der Monte dei Paschi di Siena haben), ist angesichts der bereits bestehenden Aktivitäten in Italien durchaus wahrscheinlich. Die Deutsche Bank könnte dadurch ihr Filialnetz ausbauen und ihre Kapazitäten besser hebeln. Eine verbindliche Kaufofferte hält Häßler allerdings für eher unwahrscheinlich, solange es weiterhin Sorgen über die Zukunft des Euro gebe.
Aktie bleibt ein Top-Pick
Indes rät Kepler weiterhin zum Kauf der Deutsche-Bank-Aktien. Die Europäische Union werde laut Analyst Dirk Becker angesichts der hohen Folgekosten eines Euro-Austritts von Griechenland alles tun, um diesen zu vermeiden. Bei einem Verhältnis von Kurs zu Buchwert von 0,5 bei den europäischen Banken scheine dies zwar schon eingepreist, allerdings könnten die Kurse dennoch weiter fallen. Becker empfiehlt eine Untergewichtung Spaniens und bevorzugt Aktien von Kreditinstituten, die nur begrenzten Risiken durch die europäischen Schuldenkrise ausgesetzt seien. Die Deutsche Bank zählt für ihn zu den "Top Picks" der Branche.

Keine Eile
DER AKTIONÄR hält an seiner Empfehlung fest: Anleger sollten trotz der enorm günstigen Bewertung vor einem Neueinstieg bei der Deutschen Bank zunächst noch eine nachhaltige Stabilisierung des Kurses beziehungsweise den Ausbruch aus dem kurzfristigen Abwärtstrend abwarten.
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