Deutliches Kursplus: Trading-Chance bei Centrotherm?
Der Solarmaschinenbauer Centrotherm profitiert am Montag von positiven Analystenkommentaren. Zumindest Trader sollten sich die ausgebombte Aktie nun wieder genauer ansehen.
Ein ungewohnter Platz für Centrotherm: Die führende Position in der heutigen TecDAX-Gewinnerliste. Das 4-prozentige Plus auf 5,18 Euro macht nun Hoffnung auf einen Rebound der ausgebombten Aktie. Rückenwind hat das Papier von einer neuen Kaufempfehlung erhalten. Warburg Research sieht das Kursziel bei 8,00 Euro und spricht von zumindest "mittel- bis langfristig" guten Aussichten für Solarmaschinenbauer wie Centrotherm. Kurzfristig gebe es jedoch noch keine Anzeichen für eine Erholung der Nachfrage seitens der Solarmodulhersteller.
Nicht alle Analysten sind so zuversichtlich. HSBC hatte jüngst das Kursziel von 9,50 Euro auf 5,60 Euro gesenkt, auch weil Centrotherm mittlerweile Nettoschulden aufweise. Folgender Satz im Quartalsbericht gibt zudem Anlass zur Sorge: "Im Berichtszeitraum hat sich das Risiko verdichtet, dass es im Rahmen eines Polysiliziumprojektes möglicherweise zu einem Rechtsstreit in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages kommt." Bereits im März wurde in der regionalen Presse spekuliert, dass Centrotherm im Hauptmarkt Asien wichtige Kunden verärgert habe - durch plötzlich gestoppte Projekte und unfertige Erzeugnisse.

Chart-Chance
Charttechnisch gibt Centrotherm mit dem heutigen Anstieg ein kleines Lebenszeichen. Noch ist der Ausbruch aus dem sehr schmalen Seitwärtstrend jedoch nicht gelungen. Ein ernstzunehmendes Kaufsignal würde generiert, würde die Aktie in den nächsten Tagen unter hohem Handelsvolumen (die Gefahr eines Fehlsignals sinkt dadurch deutlich) bei mindestens 5,45 Euro schließen. Dann wäre ein kurzfristiger Anstieg auf bis zu sieben Euro möglich.
Bewertet wird der Technologieführer mittlerweile nur noch auf "Pleiteniveau". So liegt die Börsenbewertung mit 105 Millionen Euro deutlich unter dem Buchwert von 335 Millionen Euro. Zu beachten sind 117 Millionen Euro "Goodwill" und 89 Millionen Euro "immaterielle Vermögenswerte". Aber selbst das um diese Werte bereinigte Eigenkapital liegt mit hypothetischen 129 Millionen Euro noch über der aktuellen Marktkapitalisierung. Das 2013er-KGV KGV beträgt optisch hohe 16.
Anleger, die den "Short der Woche" aus Heft 17/12 leerverkauft haben, können - sobald sich oben beschriebenes Kaufsignal andeutet - einen Teil der Gewinne mitnehmen. Long-Investoren bleiben selbst im Falle eines temporären Rebounds weiterhin an der Seitenlinie.
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