Thomas Bergmann
Die Design Bau AG zählt noch zu den kleinen, unentdeckten Perlen im Immobiliensektor. Das Unternehmen soll kurz vor einem größeren Deal stehen. DER AKTIONÄR sprach exklusiv mit Alleinvorstand Felix Krekel.
Die Design Bau AG aus Kiel fliegt in aller Regel unter dem Radarschrim der großen Investoren. Möglicherweise zu unrecht. Das Unternehmen steht vor einer "nennenswerten Transaktion", so Alleinvorstand Felix Krekel im Interview mit dem AKTIONÄR. Zudem werde die Gesellschaft deutlich unter dem Buchwert gehandelt.
DER AKTIONÄR: Herr Krekel, die Design Bau AG hat im ersten Quartal drei Einheiten veräußert. Hatten Sie Ihre Mitarbeiter in Urlaub geschickt? Es ist anzunehmen, dass es mit der Neuausrichtung des Konzerns zu tun hat.
Wenn man sich unsere jeweils zu Quartalsbeginn veröffentlichten Verkaufzahlen ansieht, so stellt man fest, dass diese regelmäßig sehr stark schwanken. Grund hierfür ist die klare Ausrichtung der Gesellschaft auf das Geschäft mit institutionellen Investoren. Kommt es innerhalb eines Quartals zu einem Projektverkauf, so springt die Zahl der verkauften Einheiten steil an. So vergleichen sich die drei Einheiten aus Q1 mit knapp 240 Einheiten im Q4 des letzten Jahres.
Es heißt, dass das Umfeld für Immobilien und Immobilienaktien so gut ist wie schon lange nicht mehr. Spüren Sie auch diese Euphorie?
Von Euphorie möchte ich noch nicht sprechen, allerdings nimmt das Interesse an Wohnimmobilien spürbar zu. In den deutschen Metropolregionen ziehen die Neuvermietungspreise zum Teil mit zweistelligen Raten an. Verschiedene Analysen sprechen bereits wieder von einem sich abzeichnenden Wohnungsmangel in den Ballungsgebieten. Verstärkend kommt sicherlich das raumgreifende Thema Inflation hinzu.
Sie haben angekündigt, weitere Grundstücke anzukaufen. Welche Städte haben Sie im Visier und wie weit sind die Verhandlungen?
Wir sind bekanntlich vornehmlich in den Metropolregionen Berlin sowie Hamburg sowie in Potsdam operativ tätig. Hier verfügen wir über etablierte Netzwerke und kennen uns aus: Gleichzeitig werden wir dort auch als interessanter Marktteilnehmer wahrgenommen. Damit ist aber nicht gesagt, dass wir uns nicht auch mit interessanten Lagen und Entwicklungspotentialen in anderen norddeutschen Großstädten intensiv beschäftigen würden.
Sie repräsentieren die Design Bau AG auf der Entry & General Standard Konferenz Anfang Mai sowie auf der Münchner Kapitalmarkt-Konferenz am 11. und 12. Mai. Gibt es eventuell spektakuläre Neuigkeiten?
Als im Entry Standard notiertes Unternehmen unterliegen wir der sogenannten quasi Ad-hoc-Publizitätspflicht. Über bedeutende Transaktionen ist folglich unverzüglich zu berichten. Es ist aber richtig, dass wir uns derzeit in sehr intensiven Gesprächen über eine weitere nennenswerte Transaktion befinden.
Sie mussten zum Halbjahr ein negatives Ergebnis von knapp 1,7 Millionen Euro vermelden. Können Sie uns einen Ausblick für das Jahresergebnis geben?
Im Rahmen der letztjährigen Hauptversammlung haben wir die Anpassung unseres bisherigen Geschäftsjahrs (1. März bis 28. Februar) an das Kalenderjahr beschlossen. In der Folge blieben uns nur vier Monate um eine nachhaltige Verbesserung des Ergebnisses sicherzustellen. Wir können aber sagen, dass wir mit deren Verlauf sehr zufrieden waren.
Wie sehen Sie das Unternehmen Ende 2011 aufgestellt?
Nachdem wir im Zuge der Finanzkrise einen konsequenten Konsolidierungs- und Entschuldungskurs verfolgt haben, stehen die Zeichen bei der Design Bau AG wieder auf Wachstum. Die Erfahrungen aus unseren bisher abgewickelten Projekten belegen die große Nachfrage für unser Produkt: das zur Miete angebotene Haus. Nach dem Verkauf des dritten Bauabschnitts in Teltow sollten wir daher aus unserem derzeitigen Grundstücksportfolio zumindest ein weiteres Projekt verkaufen können. Der Ankauf neuer Flächen würde unsere Möglichkeiten entsprechend erhöhen.
Letzte Frage: Wie ist Ihre Einschätzung zum aktuellen Börsenkurs der Design-Bau-Aktie?
Die Kurse der Immobilienaktien haben sich mit dem Abebben der Finanzmarktkrise mitunter nachhaltig von Ihren Tiefstständen erholt. Unsere Aktie hat diese Entwicklung noch nicht in vollem Umfang mitgemacht. Doch auch unabhängig davon bieten wir deutliches Potential. Würde der Kurs vom aktuellen Niveau ausgehend um 45 Prozent steigen, würden wir gerade einmal auf Buchwert notieren. Dabei muss man wissen, dass unsere Vorratsgrundstücke mit einem Volumen von gut 21 Millionen Euro im Gegensatz zu Bestandsimmobilien nie zugeschrieben worden sind.

Aktie mit Aufholpotenzial
Sollte die Gesellschaft zeitnah eine erfolgreiche Transaktion vermelden können, dürfte sich spätestens der Abschlag auf den Buchwert deutlich reduzieren. Als erstes Kursziel käme dann das Jahreshoch bei 3,54 Euro in Frage. Ein Stoppkurs im Bereich von 2,30 Euro sichert ab.