DATAGROUP AG: Zuversichtlich für 2012/13
Vor Kurzem hat der IT-Dienstleister Datagroup die größte Übernahme der Firmengeschichte getätigt. Im Interview mit dem AKTIONÄR erläutert Datagroup-Chef Max Schaber, welche Vorzüge der Kauf des SA-Spezialisten Consinto hat.
Mit der Übernahme der Consinto GmbH hat DATAGROUP die größte Akquisition in ihrer Firmengeschichte getätigt. Gut informierte Börsenkreise sprechen davon, dass das im SAP-Umfeld arbeitende IT-Beratungshaus mehr als 18 Millionen Euro gekostet haben soll. Dennoch ist DATAGROUPs Vorstandsvorsitzender Max H.-H. Schaber der Meinung, dass sich das Consinto-Investment gut rechnen würde. Jetzt hat Consinto als erstes Unternehmen im deutschsprachigen Raum das Zertifikat „Validated Expertise Designation" für SAP Landscape Transformation bekommen. DER AKTIONÄR wollte von Firmenchef Schaber wissen, welche Auswirkungen der neue Partnerstatus auf Consinto und Datagroup haben könnte.

DER AKTIONÄR: Herr Schaber, Consinto gehört seit rund einem halben Jahr zu DATAGROUP. Können Sie schon ein erstes Fazit ziehen, ob es wert war, so ein großes Investment zu tätigen?
Max H.-H. Schaber: Ohne Wenn und Aber - ja, das war es wert! Schon in der Due Diligence-Phase war uns klar, dass Consinto sehr gut zu DATAGROUP passen würde. Zum einen in Bezug auf das Leistungsportfolio - hier hat uns Consinto den Eintritt in den lukrativen SAP-Markt ermöglicht - und zum anderen menschlich und unternehmenskulturell. Die Zusammenarbeit zwischen den Kollegen von Consinto und denen der DATAGROUP hat vom ersten Moment an gepasst. Ergebnis sind zahlreiche viel versprechende Angebotssituationen und erste gemeinsame Projekte.
Consinto ist ja nicht das einzige Consultingunternehmen im SAP-Umfeld im deutschsprachigen Raum. Welche Alleinstellungsmerkmale haben die Dienstleistungen von Consinto im Vergleich zu anderen Mitanbietern?
Consinto betreut Kunden im SAP-Umfeld ganzheitlich: Sie designen und realisieren SAP-Umgebungen für Kunden und können diese zudem kundenindividuell anpassen. Über die Beratungs- und Umsetzungskompetenz hinaus bietet Consinto aber auch den Betrieb der Umgebung im eigenen Rechenzentrum sowie die Betreuung der Anwender an. Dieses breite Leistungsangebot und die langjährige SAP-Expertise sind ideal für eine langfristige Zusammenarbeit mit SAP-Kunden.
Welche Auswirkungen wird die Zertifizierung, die Consinto vor wenigen Tagen von SAP bekommen hat, auf das operative Geschäft haben?
Consinto hat als erster SAP-Partner die Validated Expertise in der Kategorie SAP Landscape Transformation erhalten. Inhaltlich geht es bei Landscape Transformations um die Zusammenführung beziehungsweise Trennung von SAP-Systemen oder die Transformation von systemtechnischen Organisationsstrukturen wie Buchungskreise, Mandanten, Geschäftsjahre et cetera. Relevant sind solche Projekte immer dann, wenn Unternehmen aus einem Konzern heraus verkauft werden und ihren Teil des SAP-Systems zum neuen Mutterunternehmen mitnehmen möchten. Der M&A-Markt ist ein wachsender Markt. Das IT-Werkzeug SAP Landscape Transformation ermöglicht es nun auch uns, Landscape Transformation Projekte mit dem SAP-eigenen Toolset äußerst effizient und revisionssicher durchzuführen. Diese waren bislang SAP selbst vorbehalten oder mussten mit konventionellen Mitteln und Methoden umgesetzt werden. Wir möchten das Geschäft mit Landscape Transformation Projekten deutlich ausbauen. Insofern ist die Zertifizierung ein sehr wichtiges Qualitätsmerkmal für uns und ein Beleg unserer Kompetenz in diesem Bereich.
Inwiefern sind M&A-Transaktionen typische Kundensituationen für ein SAP Landscape Transformation Projekt?
Landscape Transformations können in vielerlei Veränderungssituationen von Unternehmen stattfinden. Neben Verkauf bzw. Fusion zweier Unternehmen sind auch interne Umstrukturierungen Auslöser für derlei Projekte. M&A-Situationen sind jedoch sehr plastische Beispiele und finden zudem immer häufiger statt. Unserer Erfahrung nach ergibt sich hier ein großes Potential für Consinto und DATAGROUP insgesamt, denn die Unternehmen müssen nicht nur ihre SAP-Landschaften transformieren, sondern vielmehr ihre gesamte IT.
Ist der Wettbewerb in diesem Wachstumsmarkt nicht bereits sehr intensiv?
Noch sind wir einer der Vorreiter, so zumindest das Feedback von M&A-Beratern. Kaufprozesse von Unternehmen fokussieren in der Regel betriebswirtschaftliche, steuerliche und rechtliche Belange. Selten jedoch die IT. Dabei verstecken sich hier enorme Kosten. Man denke alleine daran, was es kostet, jeden Mitarbeiter mit einer Office-Lizenz auszustatten. Hier lässt sich beim Unternehmenskauf richtig Geld sparen! Unser Vorteil: Wir kennen Unternehmenskäufe aus eigener Anschauung bestens, schließlich ist Consinto bereits unsere 15. Übernahme seit Börsengang. Das heißt wir wissen, worauf man achten muss und haben zudem die Expertise, auch unter dem Zeitdruck von Veränderungsprozessen routiniert Teile einer IT-Umgebung „heraus zu schneiden" und an anderer Stelle neu in Betrieb zu nehmen, etwa in unserem eigenen Rechenzentrum.
Das Geschäftsjahr 2011/2012 geht in wenigen Wochen zu Ende. Welche Erwartungshaltung haben Sie für das kommende Geschäftsjahr, das am 01.10. beginnt?
Im nächsten Geschäftsjahr wird Consinto vollkonsolidiert. Die Effekte, die wir uns daraus versprochen haben, werden dann voll umfänglich zum Tragen kommen. Insofern gehen wir sehr zuversichtlich ins neue Geschäftsjahr.
Herr Schaber, vielen Dank für das Interview.

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