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Datagroup: 100-Millionen-Marke im Visier

Markus Horntrich

Datagroup-Aktionäre dürfen sich freuen: die Dividende steigt auf 0,20 Euro. Und auch die Perspektiven stimmen: Im laufenden Geschäftsjahr peilt der IT-Dienstleister einen Umsatz jenseits der 100-Millionen-Euro-Marke an. Analysten zeigen sich optimistisch.

Der IT-Dienstleister Datagroup hat im Geschäftsjahr 2009/10 (zum 30.09.) die eigenen Ziele übertroffen. Bei Konzernerlösen von 80,5 Millionen Euro stieg der Jahresüberschuss um fast 28 Prozent auf 3,9 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,67 Euro. Aufgrund des erfolgreichen Geschäftsverlaufs erhöht Datagroup die Dividende auf 0,20 Euro. Damit weist der Wachstumstitel eine Dividendenrendite von rund drei Prozent auf. Im AKTIONÄRS-Interview gibt Vorstandschef Max H.-H. Schaber einen optimistischen Ausblick auf 2011 und verrät, welche Kursbremse inzwischen gelöst wurde.

DER AKTIONÄR: Herr Schaber, im Geschäftsjahr 2009/10 hat Datagroup die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen. Welche Gründe waren ausschlaggebend für das starke operative Ergebnis?

Max H.-H. Schaber: Verantwortlich für das gute Ergebnis ist in erster Linie der Umbau des Datagroup-Konzerns vom Systemhaus zum IT-Dienstleister. Durch den gezielten Ausbau der Dienstleistungsumsätze und die Konzentration auf attraktive Geschäftsbereiche konnten wir die EBITDA-Marge auf 7,9 Prozent steigern. Dabei ist der Dienstleistungsanteil am Konzernumsatz mit rund 52 Prozent erstmals über die 50-Prozent-Marke geklettert. Den Anteil der besonders ertragsstarken Cloud Services konnten wir von acht auf 15 Prozent sogar annähernd verdoppeln.

Wie zufrieden waren Sie mit dem ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres? Konnten Sie an die gute Performance der Vorquartale anknüpfen?

Datagroup ist sehr erfolgreich ins Geschäftsjahr 2010/11 gestartet. Wir konnten weitere Millionen-Aufträge an Land ziehen, unter anderem von einem weltweit tätigen Anbieter von Maschinen zur Herstellung von Photovoltaik-Anlagen. Zudem arbeitet die im vergangenen Jahr übernommene arxes GmbH (seit 01.01.2011 DATAGROUP Köln) hoch profitabel. Mit der Übernahme von ptecs und BGS treiben wir zudem den Ausbau unseres Portfolios mit hochwertigen Beratungsleistungen und Software Solutions weiter voran.

Sie haben die von der Nextevolution AG erworbene BGS AG angesprochen. Was macht die BGS AG so interessant für Datagroup?

Mit dem Erwerb der BGS haben wir unser ertragsstarkes IT-Betriebs und Solutions-Angebot entscheidend verstärkt. Dies wird sich in weiter steigenden Margen bemerkbar machen. Die Akquisition erweitert aber nicht nur unser Dienstleistungsangebot, sondern trägt mit den Standorten St. Augustin, Wilhelmshaven und Mainz auch dazu bei, unsere regionale Präsenz zu erweitern. Und nicht zuletzt bringt BGS neben hochqualifizierten Mitarbeitern ein attraktives Kundenportfolio mit.

Warburg Research traut Ihnen im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatzsprung von fast 30 Prozent auf 104 Millionen Euro zu. Aus Ihrer Sicht ein realistisches Ziel?

Durchaus. Auf den ersten Blick mag ein Umsatzwachstum von 30 Prozent vermessen erscheinen. Organisch planen wir mit einem Umsatzwachstum von fünf bis zehn Prozent. Berücksichtigt man, dass im laufenden Geschäftsjahr 2010/11 Datagroup Köln erstmals vollkonsolidiert wird und die beiden jüngsten Übernahmen ihren Anteil zum Konzernumsatz beisteuern werden, ist ein Umsatzziel von deutlich über 100 Millionen Euro durchaus realistisch. Dabei sind weitere mögliche Akquisitionen noch gar nicht berücksichtigt.

Wäre dann nicht auch ein Wechsel in den Prime Standard der folgerichtige Schritt?

Ja, ein Segmentwechsel steht auf unserer Agenda. Aus diesem Grund werden wir die Rechnungslegung bereits im laufenden Geschäftsjahr auf IFRS umstellen. Damit erfüllen wir auch den Wunsch unserer Aktionäre und der Analysten, unsere Transparenz zu erhöhen. Dadurch steigt die Attraktivität der Datagroup-Aktie für Investoren ebenso wie durch den höheren Freefloat nach dem Komplettausstieg des ehemaligen Großaktionärs KST. Mit dem KST-Ausstieg dürfte sich eine weitere Kursbremse gelöst haben.

Herr Schaber, vielen Dank für das Interview.

Noch Potenzial

Die Dauerempfehlund des AKTIONÄRs hat mittlerweile das Kursziel von 6,00 Euro überschritten. Die guten Zahlen und das angepeilte Wachstum im laufenden Jahr rechtfertigen jedoch auch höhere Kurse. Mit einem KGV von 8 für das Geschäftsjahr 2010/11 ist DATAGROUP nach wie vor günstig bewertet. Kurse von 8,00 Euro sind mittelfristig realistisch. Hier liegt auch das Kursziel von Warburg Research. Stopp auf 5,50 Euro nachziehen.

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