Florian Söllner
Die ersten Solaraktien sind wieder ein Kauf. Trotz Marktschwäche in Europa gibt es einen triftigen Grund für vorsichtigen Optimismus: Der China-Markt erwacht mit einer gewaltigen Geschwindigkeit.
Spanien schwächelt, Italien schwächelt, Deutschland schwächelt - doch China strotzt nur so vor Kraft. Der chinesische Solarmarkt könnte 2012 endlich erwachen und der gesamten Branche zu einem Comeback verhelfen. Während im letzten Jahr erst zwei Gigawatt im Riesenreich installiert wurden, plant die Regierung 2012 bereits mit drei GW. Doch es könnte noch viel besser werden: Wie DER AKTIONÄR in der aktuellen Print-Ausgabe berichtete, planen chinesische Solar-Manager schon mit fünf GW im laufenden Jahr.
| Zubau in GW |
Jahr 2011 |
| Italien |
9.000 |
| Deutschland |
7.500 |
| China |
2.000 |
| Gesamt |
27.650 |
(Quelle: EPIA)
Ein Analyst bestätigte nun gestern diese positiven Erwartungen. Chandra Polavarapu von Auriga sieht gute Chancen, dass die Regierung der angeschlagenen Solarindustrie mit weiteren Förderungen unter die Arme greift. Er erwartet ein "großartiges Wachstum" und bereits einen Zubau von sieben GW in diesem Jahr - das wären 25 Prozent des Weltmarktes und das Niveau des bisher stärksten Absatzmarktes Deutschland. Ab 2013 könnte der chinesische Markt Polavarapu zufolge bereits zehn GW aufnehmen. Ein Abbau der immer noch bestehenden Überkapazitäten von rund 20 GW wäre damit zumindest absehbar.

Gewinne laufen lassen
Der AKTIONÄR-Favorit für den aktuell laufenden Solar-Rebound bleibt der chinesische Solarmodulhersteller Trina Solar. Schließlich scheint das im November beschworene "Solar-Wunder" ("Trading-Chance bei Trina, Yingli und Co.") Realität zu werden. Die auch in der AKTIONÄR-Ausgabe 07/12 empfohlene Trina Solar (Kursziel 9,50 Euro, Stopp 4,70 Euro) hat im gestrigen US-Handel 12 Prozent zugelegt und damit ein charttechnisches Kaufsignal geliefert. Insbesondere das unter hohem Handelsvolumen generierte Momentum und die Bodenbildung-Formation gefallen. Anleger sollten die Gewinne laufen lassen.
Zwar schrieben zuletzt aufgrund des Preisverfalls selbst China-Modulhersteller operative Verluste. Doch ist auf dem aktuellen Kursniveau bereits viel Negatives eingepreist. Trina überzeugt zudem mit besonders niedrigen Produktionskosten (30 Prozent unter europäischen Herstellern) und vergleichsweise geringen Nettoverbindlichkeiten.
Der Autor dieses Artikels hat sich vor wenigen Tagen in einem DAF-Interview unter anderem zu Trina Solar geäußert.