Was läuft da bei Daimler und Renault? Die mögliche Kooperation der beiden Autohersteller könnte viel weitreichender ausfallen als bisher angenommen. Laut einem Bericht der Financial Times sprechen beide Seiten nicht nur über Kleinwagen, sondern auch über einen gegenseitigen Aktienkauf.
Die beiden Konkurrenten wollen eine langfristige Partnerschaft einleiten, berichtet das Blatt am Dienstag weiter unter Berufung auf zwei nicht näher genannte Informanten, die mit den Gesprächen vertraut seien. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet indes, dass sich Daimler und Renault bei einem möglichen Aktientausch nicht über Bewertungsfragen einigen könnten. Die Autobauer wollten die Berichte nicht kommentieren.
Geteilter Meinung
Daimler sucht seit längerer Zeit einen Partner für die Produktion vor allem von Kleinwagen. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte zuletzt gesagt, dass er im ersten Halbjahr dieses Jahres Details bekanntgeben will.
Laut der Nachrichtenagentur dpa-AFX Broker sehen einige Branchenkenner einen möglichen Aktientausch kritisch für Daimler. "Das wäre ein Desaster für Daimler, da die Marke Mercedes verwässert würde, und das dürfte zu sinkenden Absätzen der wichtigen E- und S-Klasse führen", zitiert die Agentur Marktexperte Heino Ruland von Ruland Research. Die Stuttgarter sollten die Situation schnellstmöglich aufklären, da sonst ein Image-Problem entstehe. Ein anderer Analyst sieht den Plan indes etwas positiver. "Beide Seiten könnten von einer solchen Kooperation profitieren: Renault aus Bewertungssicht, Daimler mit der langfristigen Positionierung im Kleinwagensegment", wird der Analyst von dpa-AFX Broker zitiert.
Abwarten
Die Charttechnik hat sich bei Daimler zuletzt merklich verbessert. Fundamental spricht derzeit aber nicht viel für einen Kauf der Aktie. Langfristig orientierte Anleger sollten den Titel aber auf die Watchlist setzen.
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