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Daimler-Aktie: Spannung vor den Zahlen

Jochen Kauper

Gespannt blicken die Anleger dem 7. Februar entgegen. Dann wird Daimler seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen. Wie weit ist man hinter die Konkurrenten Audi und BMW zurückgefallen?

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Die Dividende soll beibehalten werden und für Dieter Zetsche gibt's wohl bald eine Vertragsverlängerung oben drauf. Eitel Sonnenschein also bei Daimler? Weit gefehlt. Der einstige Branchenprimus im Premiumbereich der Autohersteller ist ins schlingern geraten. Mittlerweile sind Zetsche & Co -  was die Margen betrifft - weit hinter die Konkurrenten Audi und BMW zurück gefallen. Jetzt gilt es verlorenes Terrain wieder aufzuholen.

Kehrtwende

Gespannt warten die Anleger auf die anstehenden Zahlen am Donnerstag diese Woche. Experten gehen davon aus, dass das Übergangsjahr 2012 für den Autohersteller Daimler eine ziemliche Enttäuschung war. Beim Absatz, beim Gewinn, sowie bei der Profitabilität hat Daimler erneut eine Schlappe einstecken müssen. In allen zentralen Geschäftsbereichen senkte der Konzern bei der jüngsten Zwischenbilanz Ende Oktober bereits die Jahresziele. Und eine weitere Hängepartie ist absehbar: Zwar soll ein Milliarden-Sparprogramm das Unternehmen auf Kurs bringen, echte Erholung ist aber frühestens im zweiten Halbjahr 2013 in Sicht.

Schwache Marge

Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg bis Montag befragten Analysten rechnen im Schnitt mit einem Gewinn von knapp 5,2 Milliarden Euro und damit rund 14 Prozent unter dem Wert von 2011. Aber diese Schere aus steigendem Umsatz und sinkendem Gewinn zeigt ein Hauptproblem der Stuttgarter: Pro verkauftem Auto bleibt im Konkurrenzvergleich zu wenig Gewinn hängen. Das Ziel von 10 Prozent Marge in der Pkw-Sparte für 2013 wurde auf die lange Bank geschoben, während BMW und Audi längst auf zweistellige Werte kommen.

Aufholjagd

Zwar lief der Verkauf der neuen A-Klasse im Herbst exzellent an. Doch der Kompaktwagen sorgt nur für Volumen, nicht aber für große Gewinnspannen. Für die braucht Daimler seine neue S-Klasse und die überarbeitete E-Klasse, die in diesem Jahr an den Start gehen. Bis die neuen Modelle aber wirklich einschlagen, dürfte von 2013 nicht mehr viel übrig sein.

Neue Strategie

Dagegen trat Daimler auf dem weltgrößten Automarkt China auf der Stelle: Hier schrumpfte der Absatz sogar leicht, während die Konkurrenz Rekorde über Rekorde aufstellte. Eine Neuaufstellung im Reich der Mitte soll jetzt den großen Umschwung bringen. Bis 2020 will Daimler BMW und Audi im Oberklassesegment überholt haben. Doch das geht nur mit einer rasanten Aufholjagd im größten Automarkt der Welt, in dem der Konzern seinen selbst gesteckten Zielen 2012 klar hinterherfuhr.

Neue Studie

Eine Kehrtwende haben auch die Experten der HSBC hin gelegt. In einer aktuellen Studie haben die Analysten das Kursziel für die Daimler-Aktie von 37 auf 52 Euro angehoben. Auch die Commerzbank sowie Warburg Research sind optimistisch.

In Wartestellung

Gespannt warten die Anleger auf die Jahreszahlen, welche Daimler-Vorstand Dieter Zetsche am 7. Februar präsentieren wird. Diese könnten für die Aktie des Autoherstellers wieder neue Impulse liefern. Spannend wird sein, wie Zetsche in den nächsten Jahren den Rückstand auf die beiden enteilten Konkurrenten Audi und BMW wett machen will. In der Zwischenzeit befindet sich die Aktie in der Warteschleife. Neue Impulse könnten die Zahlen liefern. Im Anschluss wäre eine Aufwärtsbewegung der Daimler-Aktie bis auf 49 Euro möglich.

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