Curasan: 2014 wieder profitabel
Die Cursan AG konnte bei einem weiteren Produkt die Zulassung erreichen. Im Interview mit dem AKTIONÄR erläutert Vorstandschef Hans-Dieter Rössler, wie die weitere Etwicklungspipeline aussieht und wie er seine Firma wieder in die Gewinnzone führen will.
Curasan hat ein weiteres Medizinprodukt zur Zulassung gebracht: Die CERASORB Paste. Nachdem dies schon wieder ein wichtiger Fortschritt zur Verbreiterung der Produktpipeline darstellt, wollte DER AKTIONÄR von CEO und Mehrheitsaktionär Hans-Dieter Rössler wissen, wie die Perspektiven für den Spezialisten auf dem Gebiet der regenerativen Medizin für Knochen- und Geweberegeneration für das laufende Jahr aussehen.
DER AKTIONÄR: Herr Rössler, ist das neue Medizinprodukt CERASORB® in pastöser Form für den Dental- oder Ganzkörperbereich vorgesehen?
Hans-Dieter Rössler: CERASORB® Paste wird sowohl in der Oralchirurgie als auch in den orthopädischen Indikationen, vor allem wenn minimal invasiv operiert wird, zum Einsatz kommen.
Bislang hatte curasan nur sogenannte Trockenprodukte wie Granulate und Formteile im Sortiment. Stellt dieses Feuchtprodukt nicht erhöhte Anforderungen an die Herstellung oder lassen Sie es außer Haus fertigen?
In unserm neuen Frankfurter Standort haben wir die Reinraumtechnologie für Nassprodukte, neue Granulierungs- , Mischungs- und Abfülltechniken etabliert und somit die Eigenherstellung ermöglicht. Dieser Technologiesprung ermöglicht weitere Neuentwicklungen.
Rechnen Sie noch mit weiteren Zulassungen im laufenden Jahr?
Wir gehen von mindestens zwei, maximal vier Zulassungen in 2012 aus.
Haben Sie schon Vertriebspartner, die dieses neue Biomaterial vertreiben werden, und ab wann wird es lieferbar sein?
Lieferbar wird die CERASORB® Paste ab Herbst 2012 sein. Wir werden es für den Dentalmarkt an unseren dortigen Vertriebspartner Zimmer, aber auch an andere Firmen zum Vertrieb anbieten. Für den europäischen Orthopädiemarkt haben wir eine eigene Vertriebsorganisation aufgebaut, die noch ausgeweitet werden und das Produkt vertreiben wird.
Haben Sie von Zimmer, das ja immerhin das viertgrößte Unternehmen in der Welt in diesem Marktsegment sind, schon Nachbestellungen für die Markteinführung der Curasan Produkte bekommen?
Der Vertriebsstart erfolgte vor wenigen Wochen in einem Teil der vertraglich vereinbarten Ländern. In anderen sind noch regulatorische und/oder organisatorische Aktivitäten abzuarbeiten, bevor der Vertrieb erfolgen kann. Nachbestellungen sind deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erforderlich. Allerdings gibt es eine rollierende Umsatzplanung für 2012, so dass wir sehr zügig auf Bestellungen reagieren können.
Können Sie jetzt mit CERASORB® Paste weitere Vertriebspartner in den USA und weltweit ansprechen?
Die soeben erhaltene Zulassung gilt für die gesamte EU. Für andere Länder müssen erst weitere Zulassungen beantragt und erteilt werden. Potentielle Vertriebspartner hierfür sprechen wir natürlich an, da Firmen wie Zimmer grundsätzlich bevorzugen global agieren zu können.
Gab es in den letzten Monaten weitere Übernahmen von Unternehmen, die im regenerativen Bereich des menschlichen Knochenaufbaus tätig sind, bei denen ein Vielfaches vom Umsatz bezahlt wurde?
Im Augenblick fällt mir dazu keine Transaktion ein. Allerdings ist der Markt auch ziemlich leer gekauft.
Wann glauben Sie den Wiedereintritt in die schwarzen Zahlen zu schaffen?
Das könnten wir natürlich stark beeinflussen, in dem wir es mit den Entwicklungsprojekten und deren internationalen Zulassungen etwas langsamer angehen, um Kosten zu sparen. Da wir unseren Vorsprung nicht verspielen wollen, werden wir jedoch weiterhin in unsere Pipelineprodukte investieren Außerdem müssen wir durch den Vertragsbruch von Stryker jetzt ungeplant erhebliche Mittel in den Eigenvertrieb im europäischen Orthopädiemarkt stecken. Trotzdem dürfte ab 2014 Profitabilität erreicht werden.
Gibt es in Sachen Vertragsbruch von Stryker S.A. etwas Neues?
Die Dinge gehen ihren normalen Gang. Stryker hat auf die Klageschrift erwidert und wir verfassen unsere Replik hierauf, die in der nächsten Woche dem Gericht zugehen wird. Üblicherweise ist das dann der Zeitpunkt, an dem das Gericht den ersten Verhandlungstag terminiert und dort eine Einschätzung zu den Positionen der Parteien und der damit verbundenen Rechtslage gibt, häufig verbunden mit einer begründeten Empfehlung an die Parteien, sich gütlich zu einigen.
Herr Rössler, besten Dank für das Interview.

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