Thomas Bergmann
Die US-Regierung will 20 Milliarden Dollar investieren, um die Nutzung von Software durch Ärzte zu fördern und damit die Effizienz des Gesundheitswesens zu steigern. Sehr zur Freude von Compugroup.
Die Aktie von Compugroup hat in den letzten Handelstagen deutlich Federn lassen müssen. In einer Woche verlor das Papier über einen Euro auf 7,70 Euro. Wenngleich die Aktie charttechnisch angeschlagen ist, ist es unter fundamentalen Gesichtspunkten sehr gut um Compugroup bestellt.
Stimulus durch US-Regierung
Die Analysten von SES Research rechnen mit einem positiven Impuls durch das Stimulusprogramm der US-Regierung für den Gesundheitssektor. 20 Milliarden Dollar oder 40.000 Dollar je Arzt sollen zur Verfügung gestellt werden, um Ärzten den Kauf von Kliniksoftware zu ermöglichen und damit die Effizienz des Gesundheitswesens zu erhöhen. Die Nutzungsrate für klinische Software in den USA sollte von derzeit 20 Prozent bis auf über 60 Prozent im Jahr 2013 steigen.
Nutznießer könnte eben Compugroup sein. Im Februar 2009 übernahm der Konzern über 50 Prozent der Anteile am US-Hersteller von Ärztesoftware, Noteworthy. Das US-Unternehmen hat derzeit rund 6.000 Kunden, die einen Jahresumsatz von 15 Millionen Dollar bringen. SES Research geht davon aus, dass durch das Stimuluspaket Noteworthy in den nächsten vier Jahren einen zusätzlichen Umsatz von circa 36 Millionen Dollar erzielt. Erlöse, die über Noteworthys Kundenbasis hinausgehen, sind nicht berücksichtigt.
Neues Kursziel
SES Research aht deshalb die Schätzungen angehoben und ein neues Kursziel ausgegeben. Der Umsatz soll nach 290 Millionen in diesem Jahr auf 315 Millionen im nächten und 327 Millionen Euro im übernächsten klettern. Der Jahresüberschuss soll von 13,4 über 19,0 auf 22,2 Millionen Euro steigen. Das Kursziel wird von 9,50 Euro auf 11,00 Euro erhöht.
Zwei wichtige Unterstützungen
Charttechnisch betrachtet gibt es zwei wichtige Unterstützungsmarken zu beachten. Zum einen die Horizontale bei 7,80 Euro, zum anderen das Ausbruchsniveau bei 7,50 Euro. Spätestens hier sollte die Abwärtsbewegung gestoppt werden können. Der nächste charttechnische Widerstand wartet bei neun Euro.

Neue Chance
Anleger, die den steilen Aufstieg der Aktie seit Juli verpasst haben, bietet sich nach dem jüngsten Rücksetzer eine neue Chance. Der Stoppkurs sollte bei 5,90 Euro platziert werden.