Commerzbank sieht 220-Prozent-Chance bei Centrotherm
Die meisten Analysten stufen die Aktie des Maschinenbauers Centrotherm ab. Nur die Commerzbank bleibt dem Papier nach der gestrigen Schock-Nachricht treu. Anleger sollten sich weiter zurückhalten.
Mutig oder einfach nur realitätsfremd? Commerzbank-Analystin Lauren Licuanan hält trotz der gestrigen Schock-Meldung von Centrotherm am vorherigen Kursziel von 12 Euro fest. Das Kurspotenzial liegt damit theoretisch bei 220 Prozent. Die Commerzbank schreibt, dass Centrotherm unabhängig von der Negativ-Meldung eine gesunde Bilanz habe. Zudem verweist Licuanan auf Phoenix Solar - auch in diesem Fall wurden zuletzt Finanzierungsverhandlungen positiv abgeschlossen.
Der Solarmaschinenbauer hatte gestern unter anderem gemeldet, dass vor dem Hintergrund laufender Finanzierungsgespräche mit den Banken offene Kredit- und Avallinien bis auf Weiteres nicht mehr genutzt werden könnten.
Nettoschulden
HSBC hatte schon vor Wochen auf die Risiken hingewiesen. Die Bilanz der Firma gebe Anlass zur Sorge, da Centrotherm mittlerweile Nettoschulden aufweise. DER AKTIONÄR hatte geschrieben: „Die Eigenkapitalquote liegt zwar immer noch bei vermeintlich starken 43 Prozent und der Buchwert bei 335 Millionen Euro. Doch zu beachten sind 117 Millionen Euro Goodwill und 89 Millionen Euro immaterielle Vermögenswerte."
12 Euro unrealistisch
Noch ist Centrotherm nicht verloren. Aufgrund der engen Kundenbeziehungen zu wichtigen chinesischen Solarfirmen wie Trina Solar und der technologisch starken Stellung gibt es weiterhin Perspektiven für den Fortbestand. DER AKTIONÄR glaubt an die Chance einer positiven Neuaufstellung der Firma teilt aber die Meinung der Commerzbank nicht, dass die jüngste Entwicklung in Bezug auf den fairen Kurs der Centrotherm-Aktie ein Non-Event ist. Viel Vertrauen wurde zerstört.
Anleger, die den "Short der Woche" aus Heft 17/12 leerverkauft haben, können an ihrer verbliebenen Position festhalten. Long-Investoren bleiben weiterhin an der Seitenlinie.
Der Autor dieses Artikels hat sich am Donnerstag gegenüber dem Deutschen Anleger Fernsehen in einem Interview zu Centrotherm geäußert.
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