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Neuer Bankenskandal belastet Sentiment - Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank im Minus

Andreas Deutsch

Die britische Bankenszene kommt nicht zur Ruhe. Standard Chartered, bislang das leuchtende Aushängeschild unter den Finanzinstituten, soll in illegale Geschäfte verstrickt sein. Unter der Meldung leiden auch Commerzbank und Deutsche Bank.

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Die New Yorker Finanzaufsicht fährt schwere Geschütze auf gegen Standard Chartered: Die Bank soll sich jahrelang nicht um Sanktionen gegen den Iran geschert und illegal Milliarden US-Dollar für das Regime transferiert haben. Das könnte nun teuer werden. Auch wenn das Institut die Vorwürfe zurückweist, die Börse ist schockiert. Mit so etwas hatte bei Standard Chartered kaum jemand gerechnet: Die Aktie brach am Dienstag um mehr als 20 Prozent ein.

Keine weiße Weste

Standard Chartered galt manchem als Gegenentwurf zur vermeintlich bösen Welt der Investmentbanken. Während die Konkurrenten Lloyds und Royal Bank of Scotland (RBS) mit Milliarden vom Staat gerettet werden mussten, schreibt die Bank seit neun Jahren Rekordgewinne. Und zwar mit einer klassischen Mischung aus Privatkunden-, Filial- und Firmenkundengeschäft.

Sollten sie sich die Vorwürfe als berechtigt herausstellen, würden sie sich in eine Kette von Fehltritten einreihen. Milliarden haben die britischen Banken inzwischen für die Fehlberatung von Kunden auf der Insel zurückgelegt, denen sie völlig unnötige Kreditausfallversicherungen angedreht haben. Im Juni akzeptierte Barclays eine Strafe wegen Manipulationen beim wichtigen Referenzzinssatz Libor. Der sogenannte Libor-Skandal zieht weite Kreise. Die Ermittlungen laufen weltweit gegen mehr als ein Dutzend Banken - darunter auch die Deutsche Bank. Im Juli entschuldigte sich dann die Großbank HSBC in den USA, weil sie Geldwäsche von Drogenbaronen in Mexiko ermöglichte.

Bei Standard Chartered schien das unmöglich. So sehr pochte das Management auf seine Werte. "Wir bauen ein Geschäft, dass einen breiten sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert schafft", sagte Vorstandschef Peter Sands noch in der vergangenen Woche. "Als Wettbewerbsvorteil und als ultimativer Risikoschutz sind unsere Kultur und unsere Werte unsere erste und letzte Verteidigungslinie."


Vom Under- zum Outperformer?

Spekulativ orientierte Anleger können Kursrücksetzer wie am Dienstagnachmittag zum Kauf der Deutschen-Bank-Aktie nutzen. Sollte der deutsche Marktführer mit einem blauen Auge aus dem Libor-Skandal herauskommen und sollte sich die Situation in der Euro-Krise bald merklich entspannen, sind auf Jahressicht Kurse von 40 Euro möglich. Stoppkurs bei 22 Euro setzen! Das Kursziel für die Commerzbank lautet zwei Euro, der Stoppkurs sollte bei 0,95 Euro platziert werden.

Mit Material von dpa-AFX

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