Commerzbank-Aktie: Fairer Wert 1,80 Euro!
Stephan Engels, Finanzchef der Commerzbank, sagte bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal genau das, was kein Marktteilnehmer hören wollte: "Für das zweite Halbjahr 2012 erwarten wir weiterhin keine Stabilisierung des Marktumfelds." Viele Anleger hatten gehofft, dass die Commerzbank-Führung optimistisch in die zweite Jahreshälfte blicken wird. Dennoch besitzt die DAX-Aktie deutliches Kurspotenzial.
Die vergangene Handelswoche war bei der Commerzbank immer noch geprägt von den schwachen Zahlen für das zweite Quartal und dem enttäuschenden Ausblick für die zweite Jahreshälfte. Die Bank erwartet keine Besserung und rechnet mit im Vergleich zu den ersten sechs Monaten rückläufigen Gewinnen - was aber bei Banken die Regel ist, da das erste Quartal traditionell das stärkste ist.
Eine Milliarde Euro Gewinn
Bei all den enttäuschenden Zahlen sollte jedoch eine Kennziffer nicht vergessen werden: der Nettogewinn. Dieser dürfte sich 2012 auf rund eine Milliarde Euro belaufen. Zum Vergleich: im ersten Halbjahr wurden bereits 644 Millionen Euro erzielt. Angesichts der Tatsache, dass die Commerzbank unter der Schuldenkrise leidet, zudem Sondereffekte beim Abbau von Risikopositionen belasteten, wäre dies eine starke Leistung. Dennoch wird die Commerzbank an der Börse nur mit sieben Milliarden Euro bewertet - obwohl der Gewinn im kommenden Jahr laut Analystenprognosen auf 1,3 Milliarden Euro steigen dürfte, woraus sich ein KGV von nur 5 errechnen würde. Zudem notiert der DAX-Konzern fast 75 Prozent unter dem ausgewiesenen Eigenkapital von 27 Milliarden Euro. Vor dem Hintergrund, dass die Commerzbank trotz aller Probleme zuletzt meist profitabel blieb, ist eine derartige Bewertung sehr günstig. Setzt man für das kommende Jahr ein KGV von 8 an - was keinesfalls teuer wäre, sondern historisch betrachtet durchaus gerechtfertigt -, so müsste die Commerzbank-Aktie bei einem erwarteten Gewinn von 0,225 Euro je Anteilschein etwa 1,80 Euro kosten. Demnach hätte der DAX-Titel noch Luft nach oben.
Wichtige Chartmarken
Auf dem Weg dorthin würden aber auch noch einige charttechnische Hürden warten. Mittlerweile notiert der Kurs knapp unter dem horizontalen Widerstand im Bereich um 1,28 Euro. Ebenfalls wieder in Schlagweite: der seit Februar intakte Abwärtstrend. Ein Sprung über diese massiven Hürden könnte der Aktie kräftigen Rückenwind verleihen. Die nächsten Kursziele würden dann im Bereich um 1,47 Euro liegen. Prallt die Aktie dagegen ab, droht ein Rücksetzer bis zu den bisherigen Tiefstständen bei 1,12 Euro.

Weiterhin nur für Mutige
DER AKTIONÄR hält an seinem Fazit fest: Mit einem 2013er-KGV von 5 und einem KBV von 0,3 ist der Titel langfristig attraktiv bewertet. Kurzfristig ergibt sich durch die Charttechnik Fantasie. Der Stopp sollte auf 1,04 Euro angepasst werden. Für konservative Anleger bleibt der DAX-Titel hingegen weiterhin ungeeignet.
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