Commerzbank: Wir brauchen keine Staatshilfen!
Allen Spekulationen zum Trotz hat die Commerzbank erneut erklärt, die bestehende Kapitallücke von rund fünf Milliarden Euro aus eigener Kraft schließen zu wollen. Zumal eine weitere Kapitalerhöhung angesichts der Probleme der Unicredit ohnehin keine attraktive Alternative wäre.
Die Commerzbank will die von der europäische Bankenaufsicht EBA ermittelte Kapitallücke von knapp fünf Milliarden Euro weiterhin aus eigener Kraft schließen. Der scheidende Finanzvorstand Eric Strutz erklärte im Rahmen einer Präsentation vor Investoren in New York, der DAX-Konzern sei hierbei auf einem guten Weg. Strutz betonte zudem, dass sich der Kapitalbedarf des Frankfurter Bankenriesen ohne die Staatsanleihen der GIIPS-Staaten in den Büchern der defizitären Tochter Eurohypo auf lediglich 400 Millionen Euro belaufen würde.
Die Uhr tickt
Bis zum 20. Januar muss die Commerzbank den Aufsehern einen konkreten Plan vorlegen, wie die Kapitallücke bis zum 30. Juni geschlossen und die Kernkapitalquote damit auf 9,0 Prozent erhöht werden kann. Die Commerzbank setzt dabei vor allem auf den Verkauf von Randbereichen, die Einbehaltung von Gewinnen sowie die Reduzierung von Bilanzrisiken. Dies geschieht derzeit durch die Einschränkung der Kreditvergabe auf die Kernmärkte Deutschland und Polen (wo es derzeit sehr rund läuft). Zudem soll der „Umbau des Kapitalstocks fortgeführt werden" und einige Portfolien verkauft oder abgesichert werden, sodass dadurch die gehaltenen Risikopositionen verringert werden.
Kapitalerhöhung unattraktiv
Die Chancen, sich die benötigten Mittel durch eine Kapitalerhöhung zu beschaffen, beurteilt Strutz indes skeptisch. Neue Aktien könnten nur in aufnahmefähigen Märkten zu attraktiven Preisen emittiert werden. Dies ist derzeit allerdings schwierig, was aktuell die Kapitalerhöhung der Unicredit beweist, deren Aktien an den vergangenen Handesltagen drastisch einbrachen (siehe unter: Unicredit-Aktie stürzt ab).

Anlass zur Hoffnung
Der Optimismus von Finanzvorstand Eric Strutz gibt etwas Anlass zur Hoffnung. Allerdings sollten nur mutige Anleger darauf setzen, dass es der Commerzbank auch tatsächlich gelingen wird, ohne fremde Hilfe die harte Kernkapitalquote auf 9,0 Prozent zu erhöhen (Stopp bei 0,90 Euro beachten). Konservativere Anleger sollten den DAX-Wert hingegen vorerst weiterhin meiden.
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