Markus Horntrich
In einem Interview mit dem DAF Deutsches Anleger Fernsehen hat sich Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller für einen freiwilligen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ausgesprochen.
Dass Griechenland nicht zu retten ist, ist jedem mittlerweile klar. Ebenso wie die Tatsache, dass es für den Rest der EU teuer werden wird, das angeschlagene Land durchzubringen. Viele Experten raten Griechenland daher, freiwillig aus der Euro-Zone auszutreten, so auch Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller.
„Griechenland ist innerhalb des Euros nicht zu retten"
In einem Interview mit dem DAF Deutsches Anleger Fernsehen empfahl der Chef des Aufsichtsrats der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, Griechenland den Austritt aus der Euro-Zone. Das Griechenland-Engagement der Banken könne, so Müller, gleich komplett abgeschrieben werden: "Wenn sie bei 70 bis 80 Prozent sind und wahrscheinlich nochmals nachschießen müssen, dann können sie auch fragen, ob sie nicht gleich Schluss machen, also komplett abschreiben."

Müller hält eine freiwilligen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone für die beste Lösung: "Ich bin der festen Überzeugung, dass Griechenland einer massiven Abwertung bedarf, die es innerhalb des Euros nicht vornehmen kann. Wir können das durch Ausgleichszahlungen auch nicht ausgleichen."
Müller weiter: "So weh das tun mag und so schmerzlich dieser Prozess ist, ich glaube, dass Griechenland besser beraten wäre, den Austritt zu erklären. Griechenland ist innerhalb des Euros nicht zu retten."
Müller rechnet mit einer positiven Reaktion an den Märkten und mit keinen weiteren Ansteckungseffekten: "Die Märkte werden verstehen, dass, wenn Griechenland ausscheidet, dies nicht heißen wird, who is next."
Commerzbank-Aktie stabilisiert sich
Es ist nicht davon auszugehen, dass Müller als Commerzbank-Aufsichtsrat derart scharfe Worte wählt, wenn es der Bank nicht aus eigener Kraft gelingen würde, im Falle eines Totalausfalls Griechenlands seine Kapitalstruktur trotzdem an die Anforderungen der europäischen Bankenaufsicht anzupassen. Der Kurs der CoBa konnte sich nach der Konsolidierungsbewegung oberhalb von 1,80 Euro stabilisieren. Bei Lang & Schwarz müssen vorbörslich 1,84 Euro bezahlt werden, das entspricht einem Zugewinn von 0,6 Prozent zum Vortag. Die Aktie bleibt weiterhin ein spekulativer Kauf. Eine detaillierte charttechnische Einschätzung ist im Artikel „Commerzbank: Griechenland als Spaßbremse?" zu finden.
