Commerzbank: Analystenstimmen nach düsterem Ausblick
Die Commerzbank hat gestern mit ihren Zahlen und vor allem mit ihrem skeptischem Ausblick viele Marktteilnehmer enttäuscht. Nun haben die Analysten das Zahlenwerk des DAX-Konzerns unter die Lupe genommen – und sind nicht gerade begeistert.
Nach den durchwachsenen Quartalszahlen und dem schwachen Ausblick der Commerzbank, haben sich nun auch die Analysten zu Wort gemeldet. Auch sie zeigen sich mehrheitlich eher enttäuscht vom Zahlenwerk der Frankfurter. So erklärt Manfred Jaisfeld von der National-Bank, dass die Commerzbank nicht überzeugen konnte. Angesichts des schwachen Ausblicks sowie der gestiegenen konjunkturellen Risiken senkt er das Kursziel von 1,75 auf 1,50 Euro (Einstufung: weiterhin „Hold"). S&P Equity hat sogar noch stärker den Rotstift angesetzt.
Gewinnprognose um 37 Prozent gekürzt
S&P-Equity-Analyst Frank Braden stuft die Aktie weiterhin mit „Hold" ein, senkte aber das Kursziel deutlich von 1,90 auf 1,55 Euro. Er lobte zwar, dass die Commerzbank ihre Kapitalposition verbessert habe, die Risikovorsorge aber deutlich gestiegen ist. Da Braden mit höheren Rückstellungen und schwächeren Nettozinsüberschüssen rechnet, verringerte er seine Gewinnschätzungen für 2012 bis 2014 um 20 bis 37 Prozent.
Kursziel 2,50 Euro
Indes rät Equinet weiterhin zum Kauf. Analyst Philipp Häßler bestätigte das Kursziel von 2,50 Euro. Er räumt allerdings ein, dass es auf bereinigter Basis ein schwaches Quartal der Großbank gewesen sei. Risikovorsorge und Zinsüberschuss hätten enttäuscht. Häßler betont allerdings, dass die Commerzbank nicht in so einem schlechten Zustand ist, wie es die gegenwärtige Bewertung der Aktie impliziert.
Ausbruch misslungen
Durch den gestrigen Kursrutsch ist der nächste Versuch gescheitert, aus dem seit Februar gültigen Abwärtstrend auszubrechen. Die Anteile bleiben fundamental betrachtet wegen der günstigen Bewertung mit einem 2013er-KGV von 5 und einem KBV von 0,3 für mutige, langfristig orientierte Anleger attraktiv, da auf diesem Niveau eigentlich nahezu alle Risiken eingepreist sein sollten. Wegen der zahlreichen Unwägbarkeiten sollten ohnehin ausnahmslos mutige Anleger zugreifen. Für konservative Anleger bleibt der DAX-Wert ungeeignet.
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