Alfred Maydorn
Ein wahres Kursfeuerwerk brannten am Mittwochabend in New York die chinesischen Solaraktien ab. Auslöser war der Solarkonzern mit dem passenden Namen JA Solar, der seine Prognose für das erste Quartal kräftig anhob und die Gewinnerliste mit plus zehn Prozent anführte.
Die verbesserten Perspektiven von JA Solar strahlten auch auf alle anderen chinesischen Solaraktien ab. Renesola und Solarfun gewannen knapp acht Prozent, Suntech Power und Canadian Solar kamen um über sechs Prozent voran und Yingli Green Energy legte immerhin knapp zwei Prozent zu.
Auftragsflut aus Europa
JA Solar will im ersten Quartal Solarprodukte mit einer Kapazität von über 265 Megawatt absetzen - ursprünglich hatte der Konzern Verkäufe zwischen 215 und 225 Megawatt angepeilt. Das Management teilte mit, man habe zuletzt insbesondere aus Europa zahlreiche größere Aufträge erhalten, die eine Anhebung der Prognose unumgänglich gemacht hätten.
Erst der Anfang?
Jetzt wird spekuliert, dass in den nächsten Wochen weitere Solarfirmen aus China nachziehen und ebenfalls ihre Prognosen anheben werden. Solar-Analyst Edwin Mok von Needham & Co ist zuversichtlich: "Der Markt war zuletzt zu skeptisch im Hinblick auf die Perspektiven des Solarsektors. Viele der Firmen werden ihre Prognosen anheben müssen."
Positiv überrascht
Dieser Überzeugung ist auch Kelly Dougherty von Macquarie Sevices. Der Solarexperte ist gerade von einer China-Reise zurückgekehrt und erwartet ebenfalls weitere Anhebungen der Prognosen: "Obwohl ich chinesische Solaraktien schon vor meiner Reise favorisiert habe, war ich überrascht, wie positiv der Ausblick vieler Unternehmen dort ist."
Favoriten und Nachzügler
DER AKTIONÄR hatte in den letzten Wochen wiederholt chinesische Solaraktien zum Kauf empfohlen und rechnet ebenfalls mit weiteren Prognoseanhebungen. Besonders viel Momentum haben derzeit die Papiere von Renesola und Solarfun. Marktführer Suntech Power gehört in jedes "Sonnen-Depot" und ist mit dem gestrigen Anstieg aus einer längeren Seitwärtsbewegung nach oben ausgebrochen. Die chinesische Nummer 2, Yingli Green Energy, hängt ein wenig zurück und hat entsprechend Nachholpotenzial.
