Michael Herrmann
Durch die Halbjahresbilanz von Applied Materials könnten heute die Aktien des Chemiekonzerns Wacker Chemie wieder in den Fokus rücken. Besonders der Ausblick im Bereich Solar- und Energieausrüstung könnte für den MDAX-Konzern von Bedeutung sein. DER AKTIONÄR nimmt die Aktie daher noch einmal genauer unter die Lupe.
Wacker Chemie hatte zuletzt durch unerwartet starke Halbjahreszahlen für positive Nachrichten gesorgt. DER AKTIONÄR hielt daraufhin an seiner Kaufempfehlung für den TSI-Musterdepot-Wert fest. In den letzten Tagen ist es allerdings wieder etwas ruhiger um den Münchener Chemiekonzern geworden. Durch die Halbjahresbilanz des weltgrößten Chipausrüsters Applied Materials könnte die Aktie von Wacker Chemie nun aber wieder verstärkt in den Fokus rücken.
Rückgang erwartet
Ein Händler weist dabei auf den Ausblick von Applied Materials hin. Der Konzern warnt davor, dass die Absätze von Solar- und Energieausrüstungen im nächsten Quartal um zehn bis 20 Prozent sinken dürften. Der Börsianer zog daraus auch seine Folgerungen für Wacker Chemie. Er rechne jedoch nicht mit größeren Kursbewegungen, denn schließlich sollte es "niemanden überraschen, dass das dritte Quartal schwächer als das zweite ausfallen wird". Die Aktie eröffnete zwar dennoch leicht im Minus, doch nach den Kursgewinnen des Vortages handelt es sich dabei wohl eher um Gewinnmitnahmen als um Reaktionen auf den Ausblick von Applied Materials.
Zahlreiche Kurszielanhebungen
Anleger sollten sich aufgrund der Meldung nicht beunruhigen lassen und stattdessen die, nach den exzellenten Halbjahreszahlen aktualisierten Einschätzungen der Analysten betrachten. Das Gros der Experten hat zuletzt die Einstufungen und Kursziele für Wacker Chemie angehoben, wie zum Beispiel Christian Rath, Analyst von HSBC, der nun 155 statt 145 Euro als Kursziel angibt.

Weiter an Bord bleiben
DER AKTIONÄR rät investierten Anlegern weiter dabei zu bleiben und allen anderen zum Kauf der Aktie. Das nächste Ziel für den TSI-Depot-Wert liegt nach wie vor bei 135 Euro. Bei guter Nachrichtenlage könnte anschließend auch das Ein-Jahres-Hoch bei 137 Euro oder sogar das Zwei-Jahres-Hoch bei rund 143 Euro in den Fokus rücken. Das Risiko größerer Einbrüche ist aus charttechnischer Sicht relativ gering, da sich im Bereich von 122,50 Euro eine relativ stabiler Boden gebildet hat. Ein Stoppkurs knapp darunter bei 121 Euro sichert das Investment ab.