Chart-Check ThyssenKrupp: Abwärts, immer weiter abwärts

Stahlwerte sind derzeit Ladenhüter und Aktien von ThyssenKrupp werden nur herausgeholt, um sie zu verkaufen. Auch am Dienstag hat die Notierung von ThyssenKrupp deutlich mehr verloren als der DAX und ein tragfähiger Boden ist anscheinend noch weit entfernt.
Alessandro Abate, Analyst der US-Bank JPMorgan, fürchtet, der starke Dollar und die sinkenden Stahlpreise in den USA beschleunigen die negative Geschäftsentwicklung von Steel Americas. Die Tochterfirma von ThyssenKrupp steht allerdings zum Verkauf und mit CSN, Posco und chinesischen Konzernen stehen gewillte Käufer parat. Wenn dann noch ein Zusammenschluss der Edelstahl-Sparte Inoxum mit dem Konkurrenten Outokumpu gelingen würde, dann könnte sich Abate vorstellen, sein Kursziel für die Aktie des Stahl- und Technologie-Unternehmens aus Essen auf bis zu 25 Euro zu erhöhen. Tatsächlich senkte der Analyst allerdings sein Kursziel von 21 auf 18 Euro, beließ es aber bei seiner Einschätzung mit "Overweight". Charttechnisch ist der Relative Stärke Indikator tatsächlich weit unten und der Trendfolge-Indikator MACD hat Mitte Juni tatsächlich ein Kaufsignal erzeugt. Zudem ist die seit dem 2. Mai gültige Abwärtstrendlinie bei 11,35 Euro überwunden worden. Doch allgemein geht der Trend noch immer eindeutig nach unten.
Der Boden ist erst bei zehn Euro in Sicht
Die nächsten horizontalen Widerstände befinden sich bei 13 Euro, bei 13,90 Euro und bei 15 Euro. Bei 15,45 Euro verläuft derzeit die seit dem 9. Februar gültige Abwärtstrendlinie und erst wenn die überwunden würde, würde sich das Chartbild deutlich aufhellen. Noch ist der Blick nach unten zu richten. Dort befinden sich schwache waagerechte Unterstützungen bei 11,70 Euro und bei elf Euro. Ein starker Boden scheint erst die Marke von zehn Euro zu sein. Um diesen Wert pendelte der Aktienkurs zwischen Dezember 2002 und Juli 2003. Darunter folgt eine weitere horizontale Marke bei 9,40 Euro.

Kein Grund, um einzusteigen
Die Analysten haben ihre Ergebnis-Schätzungen für die Ende September ablaufenden Geschäftsjahre 2011/12 bis 2013/14 schon wieder teils drastisch gesenkt. Sie erwarten nun Ergebnisse von minus 0,97 Euro, von 1,37 Euro und von 2,02 Euro je Aktie. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 9 und von 6. Es scheint, als ob dieser Abwärtstrend bei den Gewinnschätzungen anhält. Zumindest ist nicht zu erkennen, warum die Analysten nun wieder optimistischer sein sollten. Da auch an den Börsen Nervosität herrscht, sind Unternehmen aus zyklischen Branchen nicht gefragt. Da auch die Charttechnik gegen einen Kauf spricht, bleibt es beim Kursziel von zehn Euro und dem Stoppkurs bei 15 Euro.
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