Werner Sperber
Derzeit funkt es nicht richtig zwischen den Anlegern und dem Kabelhersteller Leoni. Die Charttechnik spricht für eine nahende Konsolidierung. Generell sieht es allerdings weiterhin gut für den Wert aus.
Niels Fehre, Analyst der HSBC, erwartet starke Zahlen der Leoni AG für das vergangene Jahr und starkes Wachstum für dieses und die nächsten Jahre. Er hob sogar seine Gewinnschätzungen für 2012 und die weiteren Jahre an. Allerdings geht Fehre auch davon aus, dass die Anleger das genauso sehen wie er, und sich die guten Resultate sowie das hohe Wachstum bereits im Aktienkurs widerspiegeln. Zudem warnte er vor dem Preisdruck in der Branche für Automobilzulieferfirmen. Dem wird sich auch das Unternehmen aus Nürnberg nicht entziehen können. Sollten die Notierungen der Zulieferer weiter steigen, könnten die Papiere zu Wertfallen werden, wie Fehre weiter erklärte. Vor diesem Hintergrund bestätigte der Analyst seine Einschätzung für die Aktie von Leoni mit "Neutral" und erhöhte sein Kursziel von 32 auf 37 Euro. Charttechnisch sind erste Warnsignale zu erkennen.
Die Indikatoren mahnen
Der Trendfolge-Indikator MACD steht kurz davor, ein Verkaufssignal für die Aktie von Leoni zu erzeugen und der Relative-Stärke-Indikator befindet sich bereits in einem hohen Bereich, der eine kommende Korrektur wahrscheinlich macht. Die nächsten Unterstützungen befinden sich bei 34,50 Euro und bei 33,60 Euro. Dort befindet sich der linke obere Abschluss einer W-Formation, die seit Ende Oktober 2011 gebildet worden ist. Darunter befindet sich bei 30 Euro eine horizontale Unterstützung. Bei 27,70 Euro verläuft derzeit die im Juli 2011 gestartete Abwärtstrendlinie, bei 25 Euro folgt die nächste horizontale Unterstützung und bei 23,70 Euro befindet sich die untere Begrenzung des "W". Darunter wiederum folgen horizontale Unterstützungen bei 22,80 Euro, bei 21,50 Euro und bei 20,50 Euro.
Zwei Hürden bis zum Kursziel
Der nächste Widerstand befindet sich derzeit bei 36,65 Euro. Dort verläuft die seit Mitte Dezember gültige Aufwärtstrendlinie. Danach folgen das Hoch von Juli 2011 bei 42,50 Euro und schließlich das Hoch von November 2007 bei 46,80 Euro.

Günstig bewertet
Insgesamt haben die Analysten ihre Gewinnschätzungen für die Jahre 2011 und 2012 gesenkt und für das Jahr 2013 deutlich erhöht. Sie erwarten nun Ergebnisse von 4,64 Euro, von 4,63 Euro und von 5,21 Euro. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 8 beziehungsweise 7. Angesichts dieser günstigen Bewertung bleibt es beim Kursziel von 45 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 21,50 Euro gesetzt werden.