Chart-Check Infineon: Von Erleichterung wenig zu spüren

Obwohl sich der Aktienkurs von Infineon Technologies heute freundlicher als der deutsche Leitindex zeigt, ist von einer Erholung noch nichts zu bemerken. Auch wenn ein Analyst weiter dazu rät, die Anteile des Halbleiterkonzerns zuzukaufen, empfiehlt sich anhand des Chartbildes etwas anderes.
Thomas Becker, Analyst der Commerzbank, erklärt: An den Aussagen von Peter Bauer, dem krankheitsbedingt scheidenden Vorstandsvorsitzenden von Infineon Technologies, hat sich seit der Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal des Ende September ablaufenden Geschäftsjahres 2011/12 nichts geändert. Bauer hat diese Aussagen wiederholt, das sollte angesichts des deutlichen Kursrückgangs allerdings für Erleichterung beim Aktienkurs sorgen. Becker bleibt deshalb bei seiner Einstufung mit "Add" und seinem Kursziel von 8,20 Euro für die Anteile des Technologiekonzerns aus München. Tatsächlich entwickelt sich der Aktienkurs heute besser als der DAX. Das Chartbild bleibt aber trüb.
Zwei schlechte Zeichen
Zwar bewegt sich der Relative-Stärke-Indikator auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, was für demnächst wieder steigende Notierungen der Aktie von Infineon sprechen würde. Allerdings hat der Trendfolge-Indikator MACD Anfang Juni ein Verkaufssignal erzeugt. Zudem nähert sich die 38-Tage-Linie der 200-Tage-Linie von oben, was ebenfalls bedrohlich ist, denn wenn sich diese beiden Linien nun schneiden würden, ergäbe sich ein weiteres starkes Verkaufssignal. Die nächsten horizontalen Unterstützungen befinden sich bei 5,70 Euro, bei 5,60 Euro, bei 5,40 Euro und bei 4,90 Euro. Die nächste Hürde, die zunächst überwunden werden müsste, um ein etwas freundlicheres Bild zu erhalten, wäre die Marke von 6,05 Euro. Dort verläuft derzeit die seit dem 7. Mai gültige Abwärtsbewegungslinie. Horizontale Widerstände folgen bei 6,40 Euro und bei 6,80 Euro.

Noch nicht kaufen
Die Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für die Ende September ablaufenden Geschäftsjahre 2011/12 bis 2013/14 teils deutlich gesenkt. Sie erwarten nun Ergebnisse von 0,43 Euro, von 0,53 Euro und von 0,62 Euro je Aktie. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 14, von 11 und von 9. Die jüngere Gewinn-Historie ist kurz, sie reicht nur bis zum Jahr 2010 zurück. In diesen beiden Jahren belief sich das KGV auf durchschnittlich 7,3. Vor diesem Hintergrund muss Infineon schon mehr verdienen, um einen höheren Kurs zu rechtfertigen. Angesichts des schwachen Börsenumfeldes dürfte die Notierung zunächst weiter abgeben. Mit etwas zeit und Glück findet sich bei 5,40 Euro ein Boden. Zunächst sollten Anleger also abwarten.
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.
Aktien-Reports
Weitere Artikel zum Thema
Die Aktie des Halbleiterkonzerns Infineon hat in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt. Rückenwind erhält der Titel heute aus den USA. Unterdessen gibt es auch eine etwas weniger erfreuliche Nachricht....mehr |
Zukunftswerte warnt vor "Tricks" des Vorstandes der 3U Holding bei der Hauptversammlung, rät aber dennoch zum Einstieg. Der Anlegerbrief sieht fundamental und charttechnisch zwar Risiken, rät allerdings dennoch zum Einstieg bei Infineon Technologies....mehr |
Der Halbleiterkonzern Infineon hat seine Zahlen für das zweite Quartal auf den Tisch gelegt – und überzeugt. Zudem blicken die Münchner etwas optimistischer nach vorne. Wie reagiert die Aktie? ...mehr |
Der Halbleiterkonzern Infineon veröffentlicht seine Zahlen für das zweite Quartal am morgigen Donnerstag. Im Vorfeld haben sich einige Analysten zu Wort gemeldet. ...mehr |
Der Halbleiterkonzern Infineon wird am kommenden Donnerstag die Zwischenbilanz für das zweite Geschäftsquartal veröffentlichen. Umsatz und Gewinn dürften leicht zugelegt haben. Wie geht es jetzt weiter? ...mehr |























