Chart-Check Infineon: Von Erleichterung noch immer wenig zu spüren

Obwohl sich der Aktienkurs von Infineon Technologies heute freundlicher als der deutsche Leitindex zeigt, ist die Erholung wohl nicht dauerhaft. Wie bereits beim jüngsten Chart-Check sind die charttechnischen Aussichten trüb.
"Angesichts des schwachen Börsenumfeldes dürfte die Notierung zunächst weiter abgeben. Mit etwas Zeit und Glück findet sich bei 5,40 Euro ein Boden. Zunächst sollten Anleger also abwarten." So lauteten die letzten Sätze des Chart-Checks vom 5. Juni 2012. Dass die Marke von 5,40 Euro allerdings so schnell erreicht werden würde, war nicht abzusehen. Doch die Umsatz- und Gewinnwarnung von Infineon Technologies hat die Sache beschleunigt. Auch heute hat sich die Notierung des Technologiekonzerns aus München wieder besser entwickelt als der DAX und auch heute ist das Chartbild dennoch trüb.
Noch immer zwei schlechte Zeichen
Zwar bewegt sich der Relative-Stärke-Indikator auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, was für demnächst wieder steigende Notierungen der Aktie von Infineon sprechen würde. Allerdings hat der Trendfolge-Indikator MACD Ende Juni erneut ein Verkaufssignal erzeugt. Zudem schnitt die 38-Tage-Linie die 200-Tage-Linie Mitte Juni tatsächlich von oben anch unten, was ein weiteres starkes Verkaufssignal darstellt. Die am 28. Juni bei einer Notierung von fünf Euro begonnene Aufwärtsbewegung dürfte demnach nicht von Bestand sein; die entsprechende Aufwärtslinie liegt derzeit bei 5,45 Euro. Darunter finden sich waagerechte Unterstützungen bei 5,40 Euro, bei 4,90 Euro und bei 4,70 Euro. Die nächste Hürde befindet sich bei 5,50 Euro, wo derzeit die seit dem 21. Juni gültige Abwärtsbewegungslinie verläuft. Weitere horizontale Widerstände befinden sich bei 5,60 Euro, bei 5,70 Euro, bei 6,40 Euro, bei 6,80 Euro und bei 7,10 Euro. Bei 7,65 Euro verläuft aktuell die seit Juli 2007 intakte Abwärtstrendlinie. Weitere waagerechte Hürden sind bei 8,20 Euro und bei zehn Euro.

Noch immer nicht kaufen
Die Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für die Ende September ablaufenden Geschäftsjahre 2011/12 bis 2013/14 erneut deutlich gesenkt. Sie erwarten nun Ergebnisse von 0,38 Euro, von 0,44 Euro und von 0,54 Euro je Aktie. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 14, von 12 und von 10. Das sind vergleichsweise ambitionierte Bewertungen. Zunächst sollte der Aktienkurs also erst einen Boden bei 5,40 Euro bilden, bevor Anleger einsteigen. Wer investiert ist, sollte weiterhin den Stoppkurs bei 4,75 Euro beachten. Optimisten warten dann auf Notierungen von bis zu neun Euro.
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