Michael Herrmann
Obwohl BASF zuletzt gute Halbjahreszahlen vorlegen konnte, ist der Aktienkurs des Chemieriesen seither deutlich gesunken. Der Beginn einer Trendwende oder nur eine kurze Auszeit angesichts der allgemein schwierigen Marktstimmung?
In der letzten AKTIONÄRs-Analyse war die Aktie von BASF noch ein klarer Kaufkandidat. Die jüngsten Kursverluste des Chemieriesen BASF haben zuletzt aber Zweifel über die zukünftige Richtung der Aktie aufkommen lassen, denn trotz der vermeintlich starken Halbjahreszahlen ging der Kurs seit der Bekanntgabe zurück. DER AKTIONÄR analysiert daher erneut die charttechnische und fundamentale Lage, die für ein Investment in BASF-Aktie sprechen.
Starke Fundamentaldaten
Umsatz und Gewinn stiegen im zweiten Quartal des Geschäftsjahres deutlich und lagen über den Erwartungen. Darüber hinaus wurde die Jahresprognose bestätigt. Der weltgrößte Chemiekonzern verfügt in vielen Bereichen über eine starke Marktposition und will sich verstärkt auf konjunkturrobuste und profitable Geschäftsfelder konzentrieren. Wachstum versprechen zudem gezielte Übernahmen, wie zuletzt die ehemalige Henkel-Tochter Cognis. Die Fundamentaldaten sind demnach weiter überzeugend. Mit einem geschätzten KGV zwischen neun und zehn für die Jahre 2010 und 2011 ist die Aktie angesichts der guten fundamentalen Voraussetzungen zum derzeitigen Kurs günstig bewertet.
Sehr positiv gestimmte Analysten
Die positive Einschätzung der Fundamentaldaten teilen auch die Analysten der Finanzinstitute. Nahezu durchweg geben sie Kursziele über 50 Euro aus und empfehlen die Aktie zum Kauf. Jüngstes Beispiel ist die Commerzbank. Ihr Analyst Stephan Kippe belässt BASF auf "Buy" mit einem Kursziel von 51 Euro und verweist dabei unter anderem auf Äußerungen des BASF-Chefs Jürgen Hambrecht für den Bereich Pflanzenschutzmittel. Demnach soll die Nachfrage in Südamerika gegenwärtig wieder stark anziehen. Die Ludwigshafener dürften daher speziell in diesem Segment im zweiten Halbjahr besser abschneiden als bisher.

Charttechnik versus Fundamentaldaten
Charttechnisch hat sich das Bild seit der letzten Analyse des AKTIONÄRs allerdings eingetrübt. Der langfristige Aufwärtstrend wurde durch die Kursverluste der vergangenen Wochen verlassen. Seit dem Jahreshöchststand von 48,81 Euro befindet sich die Aktie zudem in einem kurzfristigen Abwärtstrend. Die wichtige horizontale Unterstützung im Bereich von 39 Euro ist allerdings noch nicht in Gefahr. Erst wenn diese Marke fällt, wird ein starkes Verkaufssignal generiert.
Fundamental ist an BASF dagegen weiter kaum etwas auszusetzen, weshalb der Top-Tipp konservativ aus der AKTIONÄRs-Ausgabe 24/10 weiter eine sehr aussichtsreiche Position bleibt. Interessierte Anleger könnten die aktuellen Kursrücksetzer daher zum günstigen Einstieg nutzen. Die alten Höchststände oberhalb von 50 Euro bleiben das mittelfristige Kursziel. Ein Stoppkurs bei 37,50 sichert ab.