Centrotherm: Die nächste Solar-Pleite – Aktienkurs kollabiert
Die Pleitewelle in der Solarbranche setzt sich fort. Jetzt hat der deutsche Anlagenbauer Centrotherm einen Insolvenzantrag gestellt. Der Konzern betont allerdings, dass es sich lediglich um ein Schutzschirmverfahren zur Fortsetzung des Sanierungsverfahrens handelt. Der Aktienkurs verliert vorbörslich dennoch rund 60 Prozent an Wert.
Die Centrotherm Photovoltaics AG hat heute beim zuständigen Amtsgericht Ulm einen Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens und in Zusammenhang damit Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Mit Hilfe dieser Verfahren soll der eingeschlagene Sanierungskurs konsequent fortgesetzt werden. Die Aktionäre sind schockiert, der Kurs der Aktie verliert vorbörslich 60 Prozent an Wert und notiert nur noch bei 0,75 Euro.
Schutzschirm-Insolvenz
Zuletzt hatte der Solarmaschinenbauer Finanzprobleme einräumen müssen, die Auftragslage hatte sich zudem dramatisch verschlechtert. Mit der „Schutzschirm-Insolvenz" ist Centrotherm vor Zwangsmaßnahmen der Gläubiger geschützt und bleibt handlungsfähig.

Die Aktie von Centrotherm hatte bereits in den vergangenen Monaten kräftig an Wert verloren. Seit Februar hatte sich der Kurs von über zehn auf nur noch gut zwei Euro gefünftelt. Am Mittwochmorgen werden vorbörslich nur noch etwa 0,75 Euro für eine Aktie von Centrotherm gezahlt - ein Einbruch um weitere 60 Prozent.
Trendwende unwahrscheinlich
Ob Centrotherm in den drei Monaten tatsächlich die Sanierung gelingt, bleibt ungewiss. Bisher ist noch keiner der insolventen deutschen Solarfirmen die Trendwende gelungen. Und es steht zu befürchten, dass dies bei Centrotherm nicht anders sein wird. Anleger sollten um die Aktie zunächst einen großen Bogen machen.
DER AKTIONÄR hatte erst in Ausgabe 17/12 auf die schwierige Situation bei Centrotherm hingewiesen und sie als "Short der Woche empfohlen".
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