Centrotherm: 1.000-Prozent oder "keine Chance"
Kommt die in die Planinsolvenz gerutschte Centrotherm Photovoltaics AG tatsächlich zurück? Eine Meldung schürt neue Hoffnung. Doch es gibt auch Skeptiker. Die Aktie ist nur für Zocker interessant.
Neue Hoffnung für Centrotherm. Nachdem der Solarmaschinenbauer im Juli 2012 in die Schutzschirminsolvenz gerutscht war, gibt es nun Fortschritte auf dem Weg zurück zur Normalität. Das Amtsgericht Ulm hatte gestern dem Antrag des Unternehmens auf Eröffnung eines Planverfahrens in Eigenverwaltung stattgegeben. Der nächste Schritt sei die Einreichung des Sanierungs- und Zukunftskonzepts beim Amtsgericht bis zum 12. Oktober 2012.
Doch der Plan, der die Schulden der Gläubiger offenbar nur zum Teil bedienen kann, muss von selbigen noch angenommen und vom Gericht bestätigt werden. Erst dann könnte die Aufhebung des Insolvenzverfahrens erfolgen.
Über 1.000 Prozent
Manchmal schaffen Aktiengesellschaften tatsächlich den schwierigen Weg zurück. Dem Automobilzulieferer Paragon gelang 2010 - unterstützt von einer florierenden Automobilkonjunktur - das Comeback. Der Paragon-Aktienkurs vervielfachte sich daraufhin von einen auf zwölf Euro.
Doch Centrotherm spürt im Solarsektor derzeit großen Gegenwind. Die Hauptkunden, chinesische Modulhersteller wie Trina Solar, investieren aufgrund der Überkapazitäten derzeit kaum in neue Fabriklinien. So war auch der Hauptgrund für die Insolvenz Brancheninsidern zufolge die schlechte Zahlungsmoral asiatischer Kunden: Von Centrotherm vorfinanzierte und gebaute Großfabriken wurden inmitten der Solarkrise einfach nicht abgenommen und bezahlt.

Schwieriger Weg
Entsprechend deutlich äußerte sich vor wenigen Tagen ein Brancheninsider gegenüber dem AKTIONÄR: "Ich sehe keine Chance, dass Centrotherm komplett zurückkehrt." Das Marktumfeld sei zu herausfordernd. Vielleicht war er etwas voreilig. Die gestrige Meldung schürt zumindest neue Hoffnung.
Noch ist der Umfang des finanziellen Ungleichgewichts unklar - das Risiko sehr hoch. Nur Zocker sollten daher auf eine Gegenbewegung der mit 26 Millionen Euro bewerteten Aktie setzen. Konservative Anleger warten hingegen weitere Fortschritte und Details zum Planverfahren ab.
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.
Aktien-Reports
Weitere Artikel zum Thema
Hoffnung für Centrotherm-Mitarbeiter. Die Firma erhält neue Kredite und Aufträge. Charttechnisch erscheint das Papier für Zocker interessant. Die Risiken bleiben aber hoch....mehr |
Eine schöne Gelegenheit für einen Einstieg: Die Manz-Aktie hat die 20-Euro-Marke verteidigt und erhält Rückenwind von guten Neuigkeiten. Auch der Smartphone-Erfolg von Samsung ist ein gutes Zeichen....mehr |
Der deutsche Solarmaschinenbauer Centrotherm hofft auf einen zweiten Frühling. Nach der überraschenden Insolvenz im Vorjahr wurde die Firma nun auch auf Kosten der Aktionäre neu aufgestellt....mehr |
Centrotherm ist gerettet. Die Gläubiger haben dem Insolvenzplan zugestimmt. Aber was bedeutet das für die Aktionäre? Und ist es tatsächlich möglich, dass die Gläubiger mehr als 100 Prozent ihrer ursprünglichen Forderung zurückbekommen?...mehr |
Der Aktionärsbrief setzt auf die Trendwende in der Volksrepublik China mit einem Derivat auf den Index CSI 300. Aktien-Strategie beschäftigt sich mit Centrotherm Photovoltaics und C.A.T. Oil. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots....mehr |























