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Centrosolar: Umfassende Restrukturierung

Alfred Maydorn

Am späten Dienstagabend gab Centrosolar neben dem vorläufigen Ergebnis für 2012 eine umfassende Restrukturierung des Unternehmens bekannt. Der Solarkonzern will seine Schulden abbauen, das Eigenkapital stärken und sich verschlanken, um zukünftig wieder wachsen zu können.

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Centrosolar hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 228 Millionen Euro umgesetzt und damit 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Die EBITDA-Marge reduzierte sich dabei von minus 1,3 auf minus acht bis zehn Prozent. Die Schulden erhöhten sich indes von 69 auf 90 Millionen Euro.

Reaktion auf schwieriges Umfeld

Was die abgesetzte Menge an Solarmodulen angeht, hat Centrosolar 2012 das Niveau des Vorjahres erreicht. Der Umsatzrückgang begründet sich im anhaltenden Preisverfall bei Solarmodulen im vergangenen Jahr. Centrosolar reagiert jetzt auf die schwierigen Bedingungen und hat ein umfassendes Restrukturierungsprogramm beschlossen.

Das Programm sieht zunächst weitere Kostensenkungen im operativen Geschäft vor. Zudem wird die Verwaltung verkleinert und der Vertrieb neu ausgerichtet. Das Management wird zugunsten des Unternehmens auf erhebliche Teile der Vergütung verzichten.

Umwandlung von Schulden in Aktien

Darüber hinaus soll die Verschuldung um rund die Hälfte reduziert werden. Hierfür soll die Anleihe über 50 Millionen Euro in Eigenkapital in Form von Aktien gewandelt werden. Einige größere Gläubiger haben bereits mitgeteilt, selbst einen Beitrag zur Sanierung zu leisten und sind bereit, Zinsen und Tilgungen zu stunden und ihre Finanzierungen bis Ende 2014 zuzusagen.

Ferner will Centrosolar mit einer Kapitalerhöhung sein Eigenkapital stärken. Altaktionäre sollen Bezugsrechte erhalten, um eine Verwässerung zu vermeiden. Genauere Informationen über die Kapitalmaßnahmen werden auf einer Gläubiger- bzw. Hauptversammlung mitgeteilt, die im Laufe des Monats März stattfinden sollen.

Fokussierung auf eigene Stärken

Die umfassenden Umstrukturierungen sollen Centrosolar ermöglichen, sich weiter auf seine Stärken konzentrieren zu können - auf höherwertige Solardachanlagen für den privaten und gewerblichen Bereich. Dank dieser Fokussierung ist es Centrosolar auch im Krisenjahr 2012 gelungen, seinen Absatz stabil zu halten. Jetzt will der Konzern die Basis legen, um bei einer Stabilisierung der Solarbranche zukünftig wieder zu wachsen und in die Gewinnzone zurückzukehren.

Die deutliche Restrukturierung ist ein richtiger und wichtiger Schritt, auch wenn sie für alle Beteiligten zunächst Einschnitte bedeutet. Abzuwarten bleibt, zu welchen konkreten Bedingungen die Kapitalmaßnahmen durchgeführt werden, insbesondere die Umwandlung der Schulden in Aktien und die angekündigte Kapitalerhöhung. Ein positives Signal sind aber die angekündigte Bereitschaft der Gläubiger, Beiträge zur Sanierung zu leisten sowie die Ausgabe von Bezugsrechten bei der Kapitalerhöhung.

Was macht die Aktie?

Bei der Aktie von Centrosolar dürfte es heute und in den kommenden Tagen zu kräftigen Kursausschlägen kommen. Zunächst werden sicherlich viele Anleger von den einschneidenden Maßnahmen überrascht - und vielleicht auch enttäuscht - sein. Allerdings sichern sie den Fortbestand des Unternehmens und ermöglichen Centrosolar, vom sich abzeichnenden Aufschwung in der Solarbranche mittel- und langfristig zu profitieren.

Spekulativ orientierte Anleger sollten sich von den zu erwartenden Kursauschlägen nicht irritieren lassen und an ihrem Investment festhalten.

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