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Centrosolar: "Kostenvorteil chinesischer Hersteller ist eine Legende"

Florian Söllner

Die Solaraktie von Centrosolar feiert gerade ein kleines Comeback. DER AKTIONÄR hat mit dem Vorstandsprecher Dr. Kirsch gesprochen. Er äußert sich auch zum Gesamtmarkt und der Konkurrenz durch chinesische Firmen.

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Centrosolar ist den letzten Handelstagen unter hohem Handelsvolumen deutlich gestiegen. Der Kurs notiert nur noch wenige Cent unter der Marke von einem Euro. Denn zuletzt ließen einige neue Großaufträge aufhorchen. So hat wird Centrosolar auf 190 Dächern einer Wohnungsbaugesellschaft in Frankreich dachintegrierte Solaranlagen installiert. DER AKTIONÄR hat nun mit Firmenchef Dr. Kirsch gesprochen:

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Der Aktionär: Wie wird das neue EEG eingeschätzt? Kann Centrosolar auch in den nächsten Jahren in Deutschland wachsen?

Dr. Kirsch: Trotz der Arbeit des Vermittlungsausschusses sind die nun vereinbarten Kürzungen immer noch drastisch. Je nach Anlagenart betragen sie zwischen 25 und 50 Prozent. Wir rechnen deshalb im Moment nicht mit weiterem Wachstum in Deutschland. Uns stört das weniger, denn wir haben uns bereits vor Jahren internationalisiert und erwirtschaften heute bereits zwei Drittel unseres Umsatzes im Ausland. Was uns aber an dem neuen EEG gefällt, ist die wesentlich differenziertere Förderpolitik für die verschiedenen Typen von PV Anlagen. Wir sind der Experte für kleine bis mittelgroße Dachanlagen. Für solche Anlagen ist die Kürzung deutlich geringer als befürchtet ausgefallen. Das spricht für unser Geschäftsmodell. Auch in Deutschland.

Kann Centrosolar unterm Strich und inklusive der Auslandsmärkte in den nächsten Jahren profitabel arbeiten und sogar wachsen?

Dr. Kirsch: Diese Frage kann ich klar mit "Ja" beantworten - allerdings muss ich einschränken: Die Solarbranche ist mitten in einer Konsolidierungsphase, die durch einen heftigen Preiswettkampf geprägt ist. Schwache Firmen, die das falsche Geschäftsmodell verfolgen, werden trotz abgeschwächter Kürzungen Insolvenz anmelden müssen. Kein Hersteller - nicht einmal die so genannten „Low-Cost-Hersteller" aus China, erwirtschaften momentan Gewinne. Diese Phase muss Centrosolar zunächst überstehen. Danach werden wir wieder profitabel wachsen, weil unser Geschäftsmodell zukunftsweisend ist und bleiben wird.

Welche Produkte verkauft Centrosolar derzeit besonders gut?

Dr. Kirsch: Dachintegrierte PV-Anlagen verkaufen sich bei uns traditionell gut. In dieser Nische haben wir uns in den letzten 10 Jahren eine führende Wettbewerbsposition geschaffen. Das zahlt sich aus. Unser erst kürzlich präsentiertes Glas-Glas-Modul mit revolutionärer Dünnglas-Technologie macht die optische Integration in das Dach noch perfekter. Das ist übrigens nicht nur ästhetisch viel ansprechender. Auch die Haltbarkeit wird noch weiter verlängert. Das bietet bislang kein anderer Hersteller.

Wie behauptet man sich gegen die zahlreiche - auch chinesische - Konkurrenz?

Dr. Kirsch: Centrosolar hat zwei Erfolgsgeheimnisse: Erstens sind wir sind näher am Kunden und zweitens bieten wir innovativere Lösungen. Neben Dachintegration bieten wir beispielsweise auch kombinierte Anlagen aus Photovoltaik und Warmwasser-Wärmepumpe. So fördern wir den Eigenverbrauch, der immer wichtiger wird. Übrigens ist der vermeintliche Kostenvorteil der chinesischen Anbieter eine Legende. Im Vergleich mit effizient arbeitenden europäischen Firmen machen die Chinesen weit höhere Verluste. Innerhalb der EU zu produzieren, rechnet sich immer mehr. Die Produktionskosten sind zwar im asiatischen Raum etwas günstiger, jedoch fressen die Transportkosten diesen Vorteil wieder auf.

Centrotherm hat trotz relativ stabiler Bilanzdaten überraschend über Liquiditätsprobleme berichtet - kann Centrosolar ähnliches ausschließen?

Dr. Kirsch: Ein kurzer Blick auf unsere Bilanz zeigt, dass wir solide finanziert sind. Aber wir werden für die Zeit der Krise weiterhin stark unsere Kosten- und Finanzpositionen im Blick behalten.

Was hat man sich 2012 noch vorgenommen?

Dr. Kirsch: 2012 haben wir bereits mit unserem neuen Glas-Glas-Modul für eine kleine technische Revolution in unserer Branche gesorgt. Bislang hatte kein anderer den Mut gehabt, das Design eines Moduls so radikal neu zu definieren. Wir sind auch in das Geschäft mit intelligenten Steuerungen zur Optimierung von Stromverbrauch und Stromerzeugung eingestiegen. Über die Photovoltaik hinaus bieten wir zunehmend ganzheitliche Energiekonzepte speziell für Mittelstand und Private. Die Einspeisevergütungen sinken. Aber der Solarstrom für den Eigenverbrauch wird jedes Jahr attraktiver. Das ist der neue Trend. Und da sind wir ganz vorne.

Vielen Dank für das Gespräch

Die aktuelle Einschätzung zur Aktie lesen Sie hier.

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