Celesio: Bittere Pille
Celesio war gestern der große Verlierer im MDAX. Grund hierfür ist eine angekündigte Kürzung der Kostenerstattung für Generika im wichtigsten Absatzmarkt England. Die Kursreaktion scheint dennoch übertrieben. Die Aktie bleibt aussichtsreich.
Das britische Gesundheitsministerium will ab Oktober die Kostenerstattungen für Generika der Kategorie M um insgesamt 72,5 Millionen britische Pfund pro Quartal kürzen. Zudem sollen die Zahlungen für Medikamente reduziert werden, die in Arztpraxen ausgegeben werden.
Wichtiger Markt
Großbritannien ist der wichtigste Absatzmarkt für den deutschen Pharmagroßhändler und dürfte 2012 mehr als 40 Prozent des operativen Gewinns (EBITDA) ausmachen, so BNP-Paribas Analyst Andreas Inderst. In dem von den Einschnitten betroffenem Segment habe das Unternehmen einen Marktanteil von rund 15 Prozent. Vor diesem Hintergrund dürften sich die Belastungen im Schlussquartal auf circa 20 Millionen Euro und 2013 auf 60 Millionen Euro belaufen.
Übertriebene Kursreaktion
In den Augen von Thomas Maul, Analyst bei der DZ Bank, sollten die neuen britischen Finanzierungsvorschriften den Markt nicht sonderlich überraschen. Zudem liege die erwartete Belastung von 60 Millionen Euro im kommenden Jahr unter der Prognose von Celesio. Ein positives Zeichen, dass die Einschnitte nicht größer seien als gedacht, sei zudem das unveränderte operative Gewinnziel (EBITDA) des Unternehmens für 2012. Vor diesem Hintergrund erscheine die negative Kursreaktion übertrieben. Der Analyst votiert weiterhin mit "Kaufen".

Celesio ist unterbewertet
DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Einschätzung zu Celesio. Der Konzernumbau schreitet mit ungeahnter Schnelligkeit voran. Ein Großteil der nötigen Wertberichtigungen dürfte bereits eingearbeitet sein. Gelingt jetzt noch der Verkauf von Doc Morris, steht die Aktie vor einer Neubewertung. Dann könnte der Konzern das Kerngeschäft weiter ausbauen und die Internationalisierung vorantreiben. Das Papier bleibt aussichtsreich.
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