Marion Schlegel
Der Öl- und Gasfelddienstleister C.A.T. hat das dritte Quartal mit einem überzeugenden Ergebnis abgeschlossen. Die Aktei konnte daraufhin deutlich zulegen. Der Vorstandsvorsitzende der C.A.T.-Oil AG, Manfred Kastner, stand dem AKTIONÄR Rede und Antwort.
DER AKTIONÄR: Herr Kastner, die Umsatzerlöse kletterten im dritten Quartal um mehr als zehn Prozent. Worauf ist dies zurückzuführen?
Manfred Kastner: Wir haben im dritten Quartal weiter von der weltweiten Konjunkturerholung und der zunehmenden Ölnachfrage profitiert. Infolge dessen verzeichneten wir eine sehr gute Kapazitätsauslastung und erreichten mit 846 ausgeführten Jobs sogar ein neues Quartalshoch. Zudem hat sich im dritten Quartal die Aufwertung des Rubels im Vergleich zum Euro positiv bemerkbar gemacht.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach hingegen um fast 20 Prozent ein. Wie ist das zu erklären?
Die Gründe waren insbesondere höhere Umsatzkosten, höhere Abschreibungen, Wechselkurseffekte und längere Laufzeiten für einzelne Aufträge im dritten Quartal. Auf Neunmonatsbasis ist das Bild ein anderes: Unser EBIT erhöhte sich um mehr als sechs Prozent und unter dem Strich blieb ein Nettoergebnis von 16,2 Millionen Euro - gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 36 Prozent. Daran zeigt sich, dass sich unsere Maßnahmen, Arbeitsabläufe zu optimieren und das Portfolio auf höher-margige Services auszurichten, auszahlen.
Welchen Einfluss hatte die Rubel/Euro-Wechselkursentwicklung?
Da der Großteil unserer Einnahmen in Rubel anfällt, sind wir entsprechenden Wechselkursschwankungen unterworfen. Der Rubel wurde gegenüber dem Euro im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr aufgewertet, das hat sich im Umsatz auf Jahresbasis positiv, auf der Kostenseite allerdings auch etwas negativ bemerkbar gemacht. Im laufenden vierten Quartal liegt nun bisher eine Abwertung vor, so dass wir die Berechnungsgrundlage unseres Umsatzziels angepasst haben und nunmehr anstelle eines Euro/Rubelkurses von 39 mit 41 rechnen. Wir gehen daher davon aus, dass sich unser Umsatzziel 2010 am unteren Ende der angepeilten Spanne von 215 bis 225 Millionen Euro bewegen wird.

Wie wird C.A.T. oil das laufende Geschäftsjahr abschließen?
Wir sehen eine insgesamt eher positive Marktstimmung und haben eine gute Auftragslage. Gleichzeitig gehört das vierte Quartal durch den strengen Winter aber traditionell zu unseren schwächeren Quartalen. Für das Gesamtjahr 2010 halten wir an unseren Zielen fest: Wir erwarten einen Umsatz von 215 bis 225 Millionen Euro, wenngleich am unteren Ende der Spanne. Zusätzlich wollen wir Erträge über dem Niveau von 2009 realisieren.
Sie wollen Ihr Investitionsprogramm deutlich aufstocken? Was haben Sie geplant?
Wir haben im November ein umfangreiches Investitionsprogramm in Höhe von 150 Millionen Euro verabschiedet. Damit wollen wir das hoch-margige Conventional Drilling als drittes Kerngeschäft aufbauen. Mit einer jährlichen Wachstumsrate von zehn Prozent ist dies ein attraktives Marktsegment für uns. Und ausgehend von unserem etablierten Sidetrack Drilling Geschäftist diese Expansion ein natürlicher, nächster Schritt. Wir können unsere Marktposition weiter stärken, zusätzliches Cross-Selling-Potenzial freisetzen und eine zusätzliche Basis für Wachstum schaffen.
Was erwarten Sie für das kommende Jahr 2011?
Obwohl wir momentan wieder Unsicherheiten an den Finanzmärkten sehen, erwarten wir für 2011 eine weitere Erholung der Konjunktur und steigende Nachfrage nach Öl. Die gegenwärtigen Rahmenbedingungen sind für die Ölbranche gut und die Ausschreibungen für 2011 laufen gut an. Daher sind wir zuversichtlich, und im Frühjahr haben wir sicher noch mehr Klarheit. Unabhängig davon sind wir überzeugt, dass wir mit unserem Investitionsprogramm und unseren Maßnahmen zur Portfoliooptimierung eine solide Basis für weiteres Wachstum von C.A.T. oil legen.