Michael Schröder
Mit der Übernahme des US-Konkurrenten Smith hat der weltgrößte Ölfeld-Dienstleister Schlumberger ein Ausrufezeichen gesetzt. Schwappt die Übernahmewelle nun auch über den großen Teich? Die vorwiegend in Osteuropa tätige C.A.T. Oil sieht sich zwar selber nicht als Übernahmeziel. Der Preis, den Schlumberger bezahlt hat, macht jedoch deutlich, welches Potenzial in der Branche steckt.
Der US-Konzern Schlumberger will den Konkurrenten Smith International für 11,3 Milliarden Dollar (8,36 Milliarden Euro) übernehmen. Gibt die Kartellbehörde grünes Licht, würde der Ölfeld-Dienstleister seinen Vorsprung auf den Wettbewerber Halliburton deutlich ausbauen. Smith ist Spezialist für Ölbohrgeräte und soll die Produktpalette ergänzen. Zudem erwartet Schlumberger Synergieeffekte, die sich bereits im kommenden Jahr in einem steigenden Vorsteuergewinn bemerkbar machen sollen.
Grundlage geschaffen
Mit der Übernahme rückt die gesamte Branche der Ölfeld-Dienstleister ins Rampenlicht. DER AKTIONÄR hat bereits erklärt, dass C.A.T. Oil mit einem Kostensenkungsprogramm die Grundlage geschaffen hat, um die Effizienz zu steigern und gleichzeitig Qualität zu wettbewerbsfähigen Konditionen zu bieten. Der Anbieter von Öl- und Gasfelddienstleistungen in Russland und Kasachstan blickt daher optimistisch auf das laufende Jahr.

Das Öl-Imperium
Die Geschichte von Öl und Gas in Russland ist eine Geschichte von Entdeckungen, Intrigen, Korruption, Reichtum, falschen Ratschlägen, Gier, Gönnern, Vetternwirtschaft und Macht. Marshall Goldman erzählt diese Geschichte, wie es nur einer der weltweit führenden Russland-Experten kann.
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Starke Mehrheitsaktionäre
Als Übernahmekandidat sieht der Vorstandsvorsitzende Manfred Kastner seinen Konzern aber nicht: "Wir verfügen über eine diversifizierte Investorenbasis und über starke Mehrheitsaktionäre, die an das nachhaltige und langfristige Wachstum unserer Gesellschaft glauben", erklärte Kastner erst vor wenigen Wochen gegenüber dem AKTIONÄR. Er will am verbesserten Marktumfeld partizipieren, das volle Potential von C.A.T. Oil nutzen und weiter wachsen. Spekulationen rund um eine anstehende Übernahme gab es in der Vergangenheit trotzdem immer wieder.
Weiteren Ausschreibungen
Die anziehende Öl-Nachfrage macht sich bereits in den Preisen bemerkbar. Die Branchenriesen realisieren, dass sie ihre Investitionen nicht stoppen können. Die Analysten von Barclays rechnen damit, dass die Investitionen der Ölindustrie im laufenden Jahr um elf Prozent auf 439 Milliarden Dollar steigen werden. Von diesem Trend sollte C.A.T. Oil profitieren. "Unsere Kunden planen wieder mit höheren Produktionslevels und vergeben wieder frühzeitig Aufträge, wodurch unser Orderbuch bereits Ende Januar bei über 200 Millionen Euro liegt", sagt Kastner. Die Gesellschaft, die auf dem stark fragmentierten russischen Markt als einer der Marktführer im Fracturing und Sidetrack Drilling agiert, will sich daher Verlauf des ersten Quartals und darüber hinaus an weiteren Ausschreibungen für Servicedienstleistungen beteiligen.

Günstiger Depotwert
Die Übernahme sorgte in dem gesamten Sektor für Aufsehen - und deutet an, welches Potenzial die Ölfeld-Dienstleister haben und welche Auswirkungen eine Branchenkonsolidierung hätte. Mit einer Marktkapitalisierung von 363 Millionen Euro zählt C.A.T. Oil zu den kleineren Playern. Nimmt man die Schlumberger-Prämie zur Orientierung, wäre der SDAX-Konzern sicher nicht unter einer halben Milliarde zu haben. Mit dem nachhaltigen Sprung über die Marke von 7,00 Euro, sollte die Aktie schnell bis in den Bereich um acht Euro vorstoßen. Wird auch diese Hürde überwunden, wäre der Weg zu den Höchstständen aus dem Herbst bei 9,10 Euro geebnet. Die Aktie bleibt daher weiter im Online-Musterdepot.