Florian Söllner
Deutsche Solarfirmen hatten auf Wachstum im US-amerikanischen Solarmarkt gehofft. Doch zumindest was staatliche Förderungen angeht, haben Solarworld oder Solon das Nachsehen. Profiteure sind vor allem US-Unternehmen.
In den USA wird Strom aus der Sonne bislang in großem Stil gefördert. Doch verbaut werden in den neu entstehenden Solarkraftwerken nur in den USA oder China gebaute Solarmodule. "Das Ergebnis des am 30. September 2011 beendeten Kredit- und Kreditbürgschaftsprogramms des US- Energieministeriums ist für deutsche Unternehmen ernüchternd", so Wolfgang Hummel vom Zentrum für Solarmarktforschung. Bei der Vergabe würden deutsche Unternehmen keine Rolle spielen.
Profitieren von dem Programm konnten hingegen die US-Firmen First Solar und Sunpower. Nutznießer war auch das chinesische Unternehmen Suntech. Solarworld konnte hingegen trotz Produktionsstandort in den USA (eine der zwei Fabriken wurde geschlossen) nicht profitieren. Vor wenigen Wochen beendete bereits die deutsche Solon die Produktion in ihrem US-Werk.

Buy-American
Hummel: "Hinter den Entscheidungen steht eine patriotische "Buy-American"-Politik, die heimische US-Solarfirmen und US-Energiekonzerne bevorzugt. Die Privilegierung von US-Firmen wird noch verstärkt, weil die Förderung von Photovoltaik von den Republikanern im Kongress als Verschwendung von Steuergeldern kritisiert wird. Die Auseinandersetzung hat dabei nach der Insolvenz des auch von US-Präsident Obama unterstützen Solarunternehmens Solyndra an Schärfe zugenommen." Hummel konnte sich zudem eine Spitze gegen die heimische Solarindustrie nicht verkneifen: "Viele deutsche Unternehmen sind aber auch nicht fit für den Weltmarkt. Die üppige EEG-Förderung in Deutschland macht satt und träge."
Preise für kristalline China-Module halbieren sich
| in Euro/Watt |
09/2010 |
12/2010 |
03/2011 |
06/2011 |
09/2011 |
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Kristallin China
|
1,61 |
1,55 |
1,37 |
1,19 |
0,80
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Quelle: pvXchange, Der Aktionär
Pulver trocken halten
Solarworld konnte zwar im US-Privatsektor und US-Dachgeschäft Fuß fassen. Doch wie die jüngste Meldung zeigt, misslingt der Einstieg ins großvolumige Projektgeschäft. Auch der chinesische Staat bevorzugt heimische Hersteller. Dennoch verdienen sich derzeit auch die vom US-Staat subventionierten Firmen wie Suntech oder First Solar keine goldene Nase. Aufgrund der Überkapazitäten und des akuten Preisverfalls (siehe Grafik) gehen die Margen und Aktienkurse weiter zurück. DER AKTIONÄR rät daher, weiterhin Pulver trocken zu halten beziehungsweise mit einem Neueinstieg in den Solarsektor abzuwarten.
Der hier empfohlene Put auf Suntech liegt 70 Prozent im Plus. Das Short-Zertifikat auf Solarworld gewinnt bislang sogar 180 Prozent. Eine weitere Short-Chance finden Sie in diesem neuen Aktienreport.