Andreas Deutsch
Die Investmentlegende Warren Buffett hat sich nach dem Tod Osama bin Ladens zu Wort gemeldet. Buffett erwartet nicht, dass der Terror nun zu Ende ist. Außerdem hält er den Einfluss auf Wirtschaft und Börse für gering.
"Ich denke nicht, dass der Tod Osama bin Ladens ein Faktor ist, der den Markt nachhaltig beeinflussen wird", sagte Buffett in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox Business Network. "Wir Amerikaner fühlen uns heute großartig. Aber meiner Meinung nach wird dieses Ereignis die amerikanische Wirtschaft nicht dramatisch beeinflussen." Buffett geht nicht davon aus, dass mit dem Tod des meistgesuchten Mannes der Welt die weltweite Terrorgefahr zu Ende ist.
Staatsfeind Nummer 1
Osama bin Laden war gestern von Eliteeinheiten der USA getötet worden. Der Terrorist hatte sich in Pakistan versteckt. Bin Laden wird unter anderem für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich gemacht.
Affäre und Gewinneinbruch
Warren Buffett taucht in diesen Wochen vermehrt in den Schlagzeilen auf - unter anderem wegen der Insideraffäre seines ehemaligen Schützlings David Sokol (DER AKTIONÄR berichtete). Gegenüber Bloomberg äußerte Buffett nun selbstkritisch: "Ich habe einen großen Fehler gemacht, als ich (Sokol) nicht gefragt habe: "Also, wann hast du gekauft?"

Darüber hinaus musste Buffett einen Gewinneinbruch seiner Holding Berkshire Hathaway vermelden. Nach vorläufigen Berechnungen hat die Holding in den Monaten Januar bis März rund 1,5 Milliarden Dollar verdient. Das sind 58 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahresquartal. Laut Buffett hat allein die Japan-Katstrophe das Ergebnis mit 1,1 Milliarden Dollar belastet. Auf 600 Millionen Dollar belaufen sich die Belastungen aus der Flut in Australien und dem Erdbeben in Neuseeland.
Abstauberlimit setzen
Kurzfristig drängt sich bei Berkshire Hathaway ein Kauf nicht auf. DER AKTIONÄR empfiehlt ein Abstauberlimit bei 54 Euro.