Andreas Deutsch
Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hatte Tony Hayward den Job gekostet. Nun will der ehemalige Vorstandschef des Mineralölkonzerns BP eine neue Karriere starten: als Fondsmanager. Unterdessen kann sich sein Ex-Arbeitgeber neue Bohrungen im Golf von Mexiko - vorläufig jedenfalls - abschminken.
Wie die Financial Times berichtet, will Hayward einen Energiefonds gründen. Er habe bereits Gespräche mit dem Milliardär Nat Rothschild geführt. Hayward habe laut dem Blatt aber noch weitere Optionen. Er sei zudem im Gespräch, Senior Independent Director des Schweizer Rohstoffhändlers Glencore zu werden. Glencore bereitet derzeit einen milliardenschweren Börsengang vor, der laut Medienberichten bei institutionellen Investoren auf großes Interesse stößt.

Miserabler Krisenmanager
Hayward machte während der von BP verschuldeten Ölpest im Golf von Mexiko eine schlechte Figur als Krisenmanager. Zuerst spielte er die Katastrophe herunter. Hayward sagte, der Einfluss auf die Umwelt sei wohl gering. Später sprach er von einer Umweltkatastrophe. Einem Reporter sagte er: "Es gibt niemanden, der sich stärker wünscht, dass diese Ölkatastrophe ein Ende findet, als ich. Ich will mein altes Leben zurück." Dieser Ausspruch wurde in den Medien heftig kritisiert und trug wohl entscheidend dazu bei, dass Hayward von seinen Pflichten entbunden wurde.
(Noch) keine Erlaubnis
Gut ein Jahr nach der Ölkatastrophe hat BP noch keine Genehmigung erhalten, wieder im Golf von Mexiko nach Öl zu bohren. US-Innenminister Ken Salazar wies gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters Berichte zurück, wonach BP von den amerikanischen Behörden die Lizenz für Tiefseebohrungen erhalten habe. "Es gibt kein solches Abkommen, und es wird auch kein solches Abkommen geben", so Salazar.
Für BP wäre eine Erlaubnis wichtig. Schließlich besitzt der Konzern im Golf von Mexiko 20 Ölfelder.
Kursziel: sieben Euro
Fred Lucas, Analyst von J.P. Morgan Cazenove, stuft die Aktie von BP unverändert mit "Übergewichten" ein. Als Kursziel nennt er 575 Pence. Auch DER AKTIONÄR erwartet, dass die BP-Aktie in den kommenden Monaten weiter Boden gut macht und hält am Kursziel von sieben Euro fest. Der Stoppkurs sollte bei 4,70 Euro gesetzt werden.