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BP: Ein schmieriges Investment?

Norbert Sesselmann

BP veröffentlichte einen Ursachenbericht zur Ölkatastrophe im Golf von Mexico und räumte Fehler ein - weist aber die alleinige Verantwortung für die größte Ölpest aller Zeiten von sich. Seit Anfang September konnte die Aktie rund zehn Prozent zulegen. Sollten Anleger auf den fahrenden Zug aufspringen?

BP sieht eine Serie von technischen und menschlichen Fehlern als Grund für die Explosion der Bohrinsel im Golf von Mexiko. Die alleinige Verantwortung will der britische Energiekonzern nicht übernehmen. In einem internen Bericht spricht BP vom "Versagen mehrerer Parteien". Bis zum Verschluss des Öllecks sind rund 700.000 Tonnen Rohöl in den Golf von Mexiko geflossen und bedrohen dort die Natur. Bei dem Unglück starben am 20. April elf Menschen.

Besseres Rating

Die Experten von Fitch sehen BP inzwischen wieder in einem besseren Licht. Nachdem die Ratingagentur ihre Empfehlung im Juni zweimal herabgesetzt hatte, gab es jetzt eine Heraufstufung von "BBB" auf "A". Das langfristige Rating hält Fitch inzwischen ebenso wieder für stabil.

Milliardenverlust

Wegen der Kosten für die Ölpest im Golf von Mexiko verbuchte BP in seiner Bilanz für das zweite Quartal einen Verlust von 17,1 Milliarden Dollar, nachdem der Konzern noch im ersten Quartal einen Gewinn von rund 6,0 Milliarden Dollar Gewinn eingefahren hatte. Enthalten sind hierbei drohende Verbindlichkeiten in Höhe von 32,2 Milliarden Dollar. Ohne diese Drohverlustrückstellung, die den Gewinn gemindert haben, hätte der Konzern einen hohen Milliardengewinn erzielt. Inwieweit es bei den Rückstellungen tatsächlich zu einem Mittelabfluss führt bleibt abzuwarten. Bislang sitzt der Konzern nach eigenen Angaben auf Kosten von rund acht Milliarden.

Nur für risikobewusste Anleger

Nach Ansicht des AKTIONÄRS bleibt das BP-Papier nur was für risikobewusste Anleger. Charttechnisch befindet sich die Aktie in einem übergeordneten langfristigen Abwärtstrend. Mit einer nachhaltigen Trendwende ist hier vorerst nicht zu rechnen. Auch die letzten Quartalszahlen zeigen deutlich die verheerende Lage des Ölmultis. Der Konzern braucht nun dringend Geld. Die britische Presse berichtete, Aktiva im Wert von 40 Milliarden Dollar müssten zur Finanzierung der Entschädigungen veräußert werden. Ein Einstieg sollte auf jeden Fall mit einem engen Stopp abgesichert werden.

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