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Börsenwelt Presseschau Teil II: Escada, Magnat, MAN, Bayer und Manz Automation unter der Lupe

Werner Sperber

Zocker sollten nach Ansicht des BetaFaktors in die Anleihe von Escada investieren. Platow Derivate schätzt, dass MAN ein Wunder braucht, um die Gewinnschätzungen der Analysten für das zweite Quartal zu erreichen und rät deswegen zu einem Put-Optionsschein. Nach Angaben des TradeCentres bahnt sich bei Manz Automation eine explosive Neubewertung an.

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Zocker sollten nach Ansicht des BetaFaktors in die Anleihe von Escada investieren. Platow Derivate schätzt, dass MAN ein Wunder braucht, um die Gewinnschätzungen der Analysten für das zweite Quartal zu erreichen und rät deswegen zu einem Put-Optionsschein. Nach Angaben des TradeCentres bahnt sich bei Manz Automation eine explosive Neubewertung an.

Der BetaFaktor hält eine Insolvenz von Escada für möglich, weshalb nur Hartgesottene auf die Anleihe setzen.

Der Modekonzern Escada hat die erste absolute Grundvoraussetzung für die Rettung abgeschlossen: Mit der Eintragung der genehmigten Kapitalmaßnahmen ins Handelsregister ist die Kapitalerhöhung aktienrechtlich nun möglich. Damit ist nach Aussagen der Experten des BetaFaktor aber noch fast nichts gewonnen. Die eigentliche Hürde ist, die Gläubiger der Escada-Anleihe im Volumen von 200 Millionen Euro bis Ende Juli zum Verzicht von 60 Prozent des Nominalwertes zu veranlassen. Vorstandsvorsitzender Bruno Sälzer hat, im Auftrag der Großaktionäre, die Annahmequote für das Umtauschangebot mit 80 Prozent sehr hoch festgesetzt. Dabei soll dieser eine Bond durch zwei länger laufende Anleihen ersetzt werden. Wer als Privatanleger die ursprüngliche Anleihe behält und die Rettung des Konzerns gelingt, erhält am Laufzeitende die volle vertragliche Summe. Finden sich aber nicht genügend Umtauschwillige, droht im August die Insolvenz. Es wäre also aufgrund dieses Anleihegläubiger-Dilemmas möglich, dass die Annahmequote gesenkt wird. Auf der anderen Seite könnten die Großaktionäre Escada schließlich doch Pleite gehen lassen, und das Unternehmen dann erhalten. Wer trotz alledem auf die Rettung von Escada zocken will, für den ist auf dem aktuellen Kurs die Anleihe die bessere Alternative zur Aktie.

Weiterer Tipp von BetaFaktor: Die auf osteuropäische Immobilien spezialisierte Magnat Real Estate dürfte für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr 2008/09 noch einmal einen erheblichen Abschreibungsbedarf haben. Doch der Vorstandsvorsitzende Jan Oliver Rüster macht dezente Hoffnung auf eine Trendwende zum Besseren. Auch charttechnisch sieht es wieder besser aus. Bei einer Marktkapitalisierung von einem Fünftel des Substanzwertes können erste Positionen bei Notierungen um drei Euro aufgebaut werden.

Platow Derivate: Wenn MAN bremst, geben Anleger mit einem Put Gas

Derzeit herrscht wieder große Unsicherheit an den Börsen von der vor allem zyklische Werte betroffen sind. Anleger nehmen die seit März aufgelaufenen Gewinne vor der Berichtssaison mit. Die Experten von Platow Derivate glauben zudem noch nicht an eine Wende zum Besseren in der Realwirtschaft. Die Kapazitäten des Nutzfahrzeugherstellers MAN sind zudem wohl nur zu 40 Prozent ausgelastet. Die Analysten gehen bislang für das zweite Quartal noch von einem Gewinn je Aktie von 0,61 Euro aus. Um das zu erreichen, bräuchte MAN aber ein großes Wunder. Dementsprechend gehen die Experten in den nächsten Wochen von sinkenden Notierungen der MAN-Aktie aus und empfehlen den endlos laufenden Turbo-Put-Optionsschein (WKN TB2 32D) von HSBC Trinkaus auf MAN zum Kauf. Der Schein ist mit einem Basispreis und einer Knockout-Schwelle bei jeweils 49,45 Euro sowie einem Hebel von derzeit 5 ausgestattet. Der Put sollte gestaffelt bei Kursen von 0,77 bis gegebenenfalls 0,71 Euro erworben werden. Engagements sind bei 0,46 Euro abzusichern, was Aktienkursen von etwa 44,85 Euro entspricht.

Weiterer Tipp von Platow Derivate: Die Aktie von Bayer könnte zu einer charttechnischen Gegenbewegung ansetzen. Daher wird zum Turbo-Bull (WKN CB5 397) der Commerzbank auf Bayer geraten, der die Kursbewegungen um den Faktor 2,9 hebelt. Der Stopp-Loss sollte bei 7,80 Euro gesetzt werden.

Musterdepot-Veränderungen von Platow Derivate: Die Spekulationen auf steigende Kurse von Allianz, Jenoptik und E.on sind nicht aufgegangen und die entsprechenden Optionsscheine sind ausgestoppt worden.

TradeCentre: Lithium-Ionen-Batterien könnten der Aktie von Manz Automation Energie geben

Die Meldung, dass Manz Automation Partner des Forschungsprojekts „Produktionsforschung für Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterien für Elektromobilität“ wird, könnte für die Aktie zum ganz großen Befreiungsschlag werden. Manz befindet sich dann in einer Innovationsallianz mit Li-Tec battery, Evonik Industries, Deutsche Accumotive und Daimler. Der Ausbau des neuen Geschäftsfeldes mit einem Marktvolumen von insgesamt zehn Milliarden Euro eröffnet Manz erhebliche Wachstumsperspektiven. Für den Vorstandsvorsitzenden Dieter Manz ist dieses Abkommen die Grundlage, neben der LCD- und der Solarindustrie ein weiteres nachhaltiges Standbein im Unternehmen aufzubauen. Der Marktzutritt in der Allianz ist hervorragend, um davon langfristig zu profitieren. Die Experten von TradeCentre gehen zwar davon aus, dass es noch zwei Jahre dauern wird, bis die neue Sparte erhebliche Umsäte liefern wird, dennoch erwarten sie sich für den Aktienkurs eine Initialzündung. Charttechnisch bilden die Anteilscheine einen Boden aus und alleine das technische Erholungspotential dürfte auf Sicht von sechs Monaten zu Kursen von 60 bis 80 Euro führen.

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