Werner Sperber
Die Platow Börse setzen auf den weiteren Kursanstieg der Aktie von Datron. Die Prior Börse ist bezüglich der weiteren Entwicklung von Q-Cells zuversichtlich. Zudem gibt es Änderungen in einem Musterdepot.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Platow Börse vermuten, dass sich die Investitionen von Datron in neue Vertriebsstandorte nun auszahlen. Allein im September erhielt der Werkzeugmaschinen-Konzern Aufträge im Rekordwert von 3,4 Millionen Euro. Vor allem die Nachfrage nach Dentalfräsmaschinen scheint ungebrochen. Ingesamt gingen in den ersten neun Monaten 2011 Bestellungen ein, welche den Vorjahreswert um rund 48 Prozent übertreffen. Damit ist der Grundstein für ein gutes Jahr 2012 gelegt. Nach den Rechnungslegungs-Prinzipien des Handelsgesetzbuches (HGB) erlöste das Unternehmen im dritten Quartal des laufenden Jahres 23 Millionen Euro. Das sind fast 53 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das EBIT hat sich auf 3,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Allerdings sind dabei die Kosten für das IPO (Initial Public Offering) nicht eingerechnet, die auch das Nettoergebnis im Gesamtjahr 2011 belasten werden. Die Analysten des Bankhauses Lampe schätzen, dass der Gewinn im nächsten Jahr um fast 89 Prozent steigen wird, alleine, weil die Kosten für den Börsengang wegfallen. Weitere Schätzungen für 2012 seien nach Ansicht der Experten gewagt, solange die Zahlen für 2011 nicht vorliegen, allerdings sei es unbestreitbar, dass sich Datron auf dem Wachstumspfad befindet. Anhand der Schätzungen für das nächste Jahr beträgt das KUV für die eher marktenge Aktie mehr als 1 und das KBV mehr als 3, was ambitioniert sei. Risikobewusste Investoren sollten dennoch auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends seit August spekulieren und versuchen, die Aktie mit einem Abstauber-Limit bis 11,70 Euro und einem Stoppkurs bei 9,40 Euro zu kaufen.
Die Prior Börse: "Schmids Katze" mit Namen Q-Cells "geht weiter ab"
Die Experten der Prior Börse erklären: Der Aktienkurs "des angeschlagenen Solarkonzerns aus Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt geht ab wie Schmids Katze". Gemeint ist die Notierung von Q-Cells, welche sich in wenigen Wochen von 0,50 Euro auf nun 1,10 Euro mehr als verdoppelt hat. Der Grund für diesen starken Anstieg ist, QSC kann den geplanten großen Solarpark auf einem ehemaligen Militärflughafen in Brandenburg-Briest verkaufen. Es gehe den Finanzpartnern, der Hamburger Vermögensverwaltungsfirma Luxcara und der Berliner MCG Management Capital, darum, Solarsubvention einstreichen zu können, die ab Januar erheblich gekürzt werden. Q-Cells möchte den größten europäischen Solarpark mit einer Leistung von 91 Megawatt in der Rekordzeit von acht Wochen bauen und noch vor dem Jahresende den ersten Strom einspeisen. Q-Cells kann so den Lagerbestand abbauen und erhält einen dreistelligen Millionenbetrag in die Kasse. Andernfalls hätte das Unternehmen den Wert der kristallinen Solar-Module im Bestand wohl weiter abschreiben müssen. Nedim Cen, ehemaliger Manager der Unternehmensberatung McKinsey und der Investmentbank Goldman Sachs und jetziger Vorstandsvorsitzender von Q-Cells, hat den Konzern nach Ansicht der Experten praktisch in letzter Minute vor einem Desaster bewahrt. Grundsätzlich ist der Preiswettkampf am Markt für Photovoltaik hart, die staatlichen Subventionen auch in Deutschland sinken und weltweit haben Solarfirmen riesige Lagerbestände angehäuft, die nur durch aggressive Niedrigpreise verkauft werden können. Vor allem in China gibt es erhebliche Überkapazitäten. Vielleicht gelingt es Konzernchef Cen weitere solche Geschäfte wie in Brandenburg abzuschließen und mit den Erlösen daraus die Rückzahlung einer Wandelanleihe im Februar nächsten Jahres sicherer zu machen. Mit solchen Projekten könnte die Wende gelingen. Derzeit ist das Hauptproblem von Q-Cells die hohe Nettoverschuldung von 560 Millionen Euro bei einem ausgewiesenen Eigenkapital von 482 Millionen Euro und einem Börsenwert von 200 Millionen Euro. Cen möchte am Montag, 14. November, die Zahlen für das dritte Quartal vorlegen, wobei die Experten zuversichtlich sind.
Änderungen in den Musterdepots der Prior Börse:
Die Verantwortlichen für das Prior-Musterportfolio möchten ihre 800 Anteile von Aixtron ausbuchen. Die Verantwortlichen für das Trading-Musterdepot möchten ihre 4.000 Titel von Balda ausbuchen und dafür 500 Aktien von Dürr aufnehmen.
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