Werner Sperber
Platow Emerging Markets setzt auf ADC African Development Corporation, ein Unternehmen mit SDAX-Ambitionen. Aktien-Strategie beschäftigt sich mit den Solarwerten Q-Cells, Solarworld, SMA Solar Technology und Phoenix Solar. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Emerging Markets erklären: Das deutsche Unternehmen ADC African Development Corporation hält derzeit sechs Beteiligungen an Banken und Versicherungen im südlichen Afrika und ist im Prime Standard gelistet. Am heutigen Donnerstag werden die Zahlen für das dritte Quartal erwartet. Entscheidend bleibt allerdings das vierte Quartal 2011, denn dann wird sich zeigen, ob das Beteiligungsportfolio aufgewertet werden kann. Bislang ist lediglich eine Gesellschaft, an der sich ADC beteiligt hat, an der Börse gelistet. Der Aktienkurs der Banc ABC stieg zum Ende des dritten Quartals sogar um mehr als 80 Prozent. Nun stellt sich die Frage, wann ADC weitere Engagements eingeht? Managing Director Olaf Meier sagte im Interview mit den Experten, derzeit arbeite ADC an zwei interessanten Transaktionen. Dabei wird vor allem ein möglicher Einstieg bei der nigerianischen Union Bank bei den Anlegern beachtet. Zudem sucht ADC nach einem Zahlungsdienstleistungs-Unternehmen in Ostafrika. Hier könnte ADC Synergien mit der ruandischen Beteiligung RS witch heben. Das Management von ADC möchte grundsätzlich auch Einfluss auf das operative und strategische Geschäft bei den Firmen bekommen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist. Zum Teil installiert ADC auch eigene Führungskräfte. ADC ist bei der Weltbank gegen politische Risiken versichert, aber für Simbabwe ist das nicht möglich. Dennoch hält Meier große Stücke auf das Land. Wenn sich dort demokratische Strukturen festsetzen, dann werde Simbabwe durchstarten. Meier ist zudem zuversichtlich, erste Beteiligungen bereits im nächsten Jahr wieder verkaufen zu können. Dabei strebt ADC in erster Linie den Verkauf an strategische Investoren an und keine Börsengänge, obwohl institutionelle Investoren derzeit verstärkt auf der Suche nach Börsenkandidaten seien. Jüngst sorgte der Einstieg von Trafigura bei ADC mit mehr als zehn Prozent für Aufsehen. Meier vermutet, das niederländische Rohstoff-Handelsunternehmen wolle die lokalen Kontakte von ADC nutzen, um selbst einen besseren Marktzugang zu bekommen. Ein weiterer Großaktionär ist die BF Holding des Verlegers Bernd Förtsch. Meier ist zuversichtlich, dass die Aktie von ADC bald in den SDAX aufsteigen wird, was mehr Aufmerksamkeit institutioneller Anleger einbringt. Risikobereite Anleger sollten bis zu Notierungen von 9,10 Euro einsteigen und den Stoppkurs bei 7,60 Euro setzen.
Änderung im Musterdepot von Platow Emerging Markets:
Die Verantwortlichen für Musterportfolio haben weitere 11.750 Anteile von Xinyi Glass eingebucht. Der Einstandspreis beträgt 0,40 Euro. Somit sank der Misch-Einstandskurs für die nun insgesamt 32.750 Aktien von 0,45 auf 0,43 Euro.
Aktien-Strategie sieht bei Solarwerten die Gefahr, dass das Licht ausgeht
Es gibt eine Krise in der Photovoltaik-Industrie und nach Ansicht der Experten von Aktien-Strategie erreicht diese Krise immer mehr Unternehmen. Q-Cells ist inzwischen stark gefährdet. Das Unternehmen erwirtschaftete im dritten Quartal 2011 erneut einen hohen Verlust. Ob der Konzern eine im Februar 2012 fällige Wandelanleihe tilgen kann, ist unsicher.
Auch Solarworld rutschte im dritten Quartal in die Verlustzone. Zudem macht die hohe Nettoverschuldung den Konzern anfällig. Einige Risiken scheinen jedoch bereits eingepreist, denn die Aktie notiert lediglich bei etwa einem Drittel des Buchwerts.
SMA Solar Technology erwirtschaftete im dritten Quartal dagegen einen deutlichen Gewinn. Zudem verfügt das Unternehmen über einen hohen Bestand an Barmitteln. Der Produzent von Wechselrichtern wird von der Solarindustrie-Krise zwar ebenfalls belastet, kann sie aber aussitzen. Die Experten gehen zudem davon aus, dass Branche ab dem Jahr 2013 wieder kräftig wächst.
Bei Phoenix Solar entscheidet zunächst allerdings ein Sanierungsgutachten wie es weitergeht. Das Unternehmen ist aufgrund der anhaltenden Verluste auf das Wohlwollen der Banken angewiesen. Bei einem Kreditvertrag verletzte Phoenix Solar Vereinbarungen, so dass die Finanzinstitute das Darlehen kündigen können.
Wegen der Insolvenzgefahr ist ein Investment bei Q-Cells und Phoenix Solar derzeit viel zu riskant. Anleger sollten diese Aktien auf jeden Fall meiden. Solarworld ist aktuell nur für spekulativ orientierte Anleger geeignet. Erste Wahl bleibt die Aktie von SMA Solar Technology.
Änderung im Musterdepot von Aktien-Strategie:
Die Verantwortlichen für Musterportfolio möchten 1.800 Anteile von C.A.T. Oil zu höchstens 4,46 Euro aufnehmen.
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