Börsenwelt Presseschau I: Singulus Technologies und ThyssenKrupp unter der Lupe
Die Prior Börse freut sich über den Turnaround von Singulus Technologies und setzt auf weiter steigende Aktienkurse. Der Frankfurter Börsenbrief schwärmt von Dr. Heinrich Hiesinger und deshalb auch von ThyssenKrupp. Zudem gibt es Änderungen in einem Musterdepot.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Prior Börse verweisen auf die Verluste von insgesamt rund 200 Millionen Euro von Singulus Technologies in den vergangenen drei Jahren. Der Markt für CDs und DVDs schrumpfte und deswegen sanken auch die Umsätze des Herstellers von Maschinen zur Produktion dieser Datenspeicher. Doch die optischen Speichermedien stehen mit dem Standard Blue-ray vor einem neuen Boom und Singulus dürfte den Turnaround im vergangenen Jahr bereits geschafft haben. Auf den Blue-ray-Scheiben können Filme, auch 3D-Filme, in bislang nicht gekannter Bildqualität gespeichert werden. Singulus ist beinahe der einzige Anbieter von Anlagen, mit denen Blue-rays hergestellt werden können. Nur der japanische Unterhaltungselektronikkonzern Sony produziert eigene Filme auf eigenen Anlagen. Vor diesem Hintergrund schätzen Analysten das KGV von Singulus für dieses Jahr auf 13, wobei diese Bewertungskennziffer weiter sinken dürfte. Zudem beträgt der Börsenwert bei einem Aktienkurs von 2,90 Euro nur rund 140 Millionen Euro. Das ist nur wenig mehr als das zuletzt ausgewiesene Eigenkapital von 135 Millionen Euro. Da auch die Verkaufszahlen von Blue-rays demnächst wohl aufgrund des Trends zum Herunterladen von Filmen aus dem Internet sinken dürften, baut der Vorstand von Singulus ein zweites Standbein für das Unternehmen auf: Mit Fertigungsanlagen für die Solarindustrie erzielte Singulus zuletzt bereits ein Drittel der Konzernerlöse. Finanzvorstand Markus Ehret erwartet trotz der derzeitigen Krise in der Solarbranche die Trendwende in diesem Markt.
Änderungen in einem Musterdepot der Prior Börse:
Die Verantwortlichen für das Trading-Musterportfolio möchten ihre 130 Vorzugsaktien von Volkswagen sowie ihre 900 Anteile von Centrotherm Photovoltaics wohl jeweils mit Verlust ausbuchen und dafür 5.000 Aktien von Singulus Technologies sowie 6.000 Titel von Praktiker aufnehmen.

Der Frankfurter Börsenbrief: ThyssenKrupps Umbau hat erst angefangen
Wenn ThyssenKrupp die Edelstahl-Sparte Inoxum an Outokumpu verkaufen kann, gibt es doppelten Grund zur Freude. Zum einen ist der Preis von 2,7 Milliarden Euro deutlich höher als von Analysten geschätzt. ThyssenKrupp erhält zunächst allerdings nur etwa eine Milliarde Euro in bar, verleiht zudem 235 Millionen Euro an den Käufer und wird mit knapp 30 Prozent am finnischen Wettbewerber beteiligt. Zum anderen ist das Signal wichtig, das Dr. Heinrich Hiesinger mit dieser Transaktion setzt. Der Verkauf von Inoxum ist die umsatzstärkste Position auf der Liste mit Desinvestitionen. Zudem ist Dr. Hiesinger vergleichsweise kurze Zeit Vorstandsvorsitzender des größten deutschen Stahlkonzerns. Bislang tätigte er Verkäufe beziehungsweise traf Vereinbarungen dazu, die ein Umsatz-Volumen von etwa neun Milliarden Euro ausmachen. Desinvestitionen im Umfang von zwei Milliarden Euro sind noch geplant. Dazu sollen die Firmen Waupaca (Eisenguss), Tailored Blanks (Feinbleche) sowie der Automobilzulieferer Bilstein (Federn/Stabilisatoren) veräußert werden. Für Presta Steering/Bilstein-Gruppe sucht ThyssenKrupp noch einen strategischen Partner. Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes loben: Im Marktumfeld der vergangenen neun Monate sind diese schnellen Erfolge eine höchst beachtliche Leistung. Die Neuaufstellung des uralten Industrie- und Stahlriesen dürfte letztlich einen verstärkten Fokus auf neuere Technologien bringen und das Geschäft unter dem Strich auch weniger zyklisch machen. So gesehen erfolgt jetzt erst der erste Akt des Unternehmensumbaus. Vor diesem Hintergrund sollten langfristig orientierte Anleger die Aktie von ThyssenKrupp ab einem Kurs von 22,52 Euro mit einem Kursziel von 35 Euro und einem Stoppkurs bei 17,85 Euro kaufen.
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