Werner Sperber
Der Austria Börsenbrief Rohstoffe hat nur mehr ein kleines charttechnisches Problem mit der Aktie der Deutschen Rohstoff AG. Der Effecten-Spiegel blickt auf den Konzernumbau von RWE und stuft ihn als spannend für Investoren ein. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Austria Börsenbriefes Rohstoffe halten den Kursrückgang der Aktie der Deutschen Rohstoff AG für fundamental nicht gerechtfertigt. Das Unternehmen ist schließlich hochprofitabel, wie die Zahlen für das erste Halbjahr 2011 zeigen. In diesem Zeitraum wurde bei einer Gesamtleistung von 14,7 Millionen Euro ein Gewinn von 1,79 Euro je Aktie erzielt. Die Eigenkapitalquote von 85,6 Prozent ist stattlich. Leider ist der Abwärtstrend des Aktienkurses noch intakt. Wenn die Notierung die Hürde bei 10,55 Euro überwindet, wo derzeit die 38-Tage-Linie verläuft, würde ein charttechnisches Kaufsignal erzeugt. Der Konzern hat sich darauf spezialisiert, bereits erkundete Rohstoff-Lagerstätten zu erschließen.
Änderungen im Musterdepot des Austria Börsenbriefes Rohstoffe:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihre 150 Stay-High-Optionsscheine (WKN SG1 2JK) auf Silber wohl mit Verlust ausgebucht. Dafür haben sie 40 Bonus-Zertifikate (WKN BN7 SWC) auf Newmont Mining zu 48,17 Euro aufgenommen. Nun möchten sie noch 40 Call-Optionsscheine (WKN TB6 KQ2) auf Gold und 150 Inline-Optionsscheine (WKN SG2 HRF) auf Öl der Sorte Brent einbuchen.
Der Effecten-Spiegel: Der RWE-Umbau bietet spannende Chancen
RWE hat derzeit gleich mehrere Aufgaben zu bewältigen. Die Experten des Effecten-Spiegels gehen davon aus, dass der Energiekonzern am Ende insgesamt gestärkt aus diesem Umbau hervorgehen dürfte. RWE möchte weniger als zehn Prozent der Stromerzeugungs-Kapazitäten in ein noch zu gründendes Gemeinschaftsunternehmen für den Bau und den Betrieb von Kohle- und Gaskraftwerken mit dem halbstaatlichen, russischen Gasexport-Monopolisten Gazprom einbringen. Zunächst müssen kartellrechtliche Bedenken ausgeräumt werden. Die Verhandlungen mit Gazprom dürften sich noch bis zum Jahresende hinziehen. RWE hat den Antrag für den Bau eines Kohlekraftwerks für rund 1,5 Milliarden Euro in Nordrhein-Westfalen gestellt. Bis dieses Kraftwerk tatsächlich Strom produziert, dürften fünf bis sieben Jahre vergehen. Das mit E.on betriebene Konsortium Horizont Nuclear Power hat für 200 Millionen Britische Pfund ein Grundstück erworben, auf dem mehrere Atomkraftwerke gebaut werden sollen. Eine Investitionsentscheidung wird allerdings erst in einigen Jahren getroffen. Spekulationen zufolge sucht das Konsortium noch einen finanzkräftigen Partner. RWE möchte im englischen Oldbury bis zum Jahr 2025 Atomkraftwerke für 15 Milliarden Pfund bauen. Für den Abriss des Atomkraftwerkes im hessischen Biblis veranschlagt RWE Kosten von 1,5 Milliarden Euro, wobei der Konzern Rückstellungen für den Rückbau aller konzerneigenen Atomkraftwerke von 10,3 Milliarden Euro gebildet hat. Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Großmann ließ erklären: "Wir gehen fest davon aus, dass unsere Rückstellungen ausreichen. Wir sind durchaus konservativ unter Berücksichtigung von Risiken in der Bewertung vorgegangen, damit wir nicht überrascht werden." Im Zusammenhang mit dem von der Bundesregierung angekündigten Atomausstieg erhielt RWE vorläufig 74 Millionen Euro aus der gezahlten Brennelementesteuer zurück. In der Schweiz hat RWE eine Hybrid-Anleihe mit einer Laufzeit von 60 Jahren und einem Volumen von 250 Millionen Schweizer Franken ausgegeben. Gerüchten zufolge hat RWE die Deutsche Bank beauftragt, einen Käufer für die Erdöl- und Gas-Tochterfirma RWE-Dea zu finden. Der angeblich gewünschte Verkaufspreis beträgt 7,2 Milliarden Euro. Auch die tschechische Gasnetz-Tochterfirma Net4gas sowie Anteile an der Berlinwasser Holding AG stehen angeblich zum Verkauf. Die Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Jahres sollen am Donnerstag, 10. November, vorgelegt werden. Vor diesem Hintergrund geben die Experten den "fairen Wert" der Stammaktien mit 40 Euro an und den der Vorzugsaktien mit 35 Euro.
Änderungen im Musterdepot des Nebenwerte-Investors:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben für 3.280 Euro 80 Anteile von Bertrandt 523280 zu 80 Euro aufgenommen. Der Barbestand erhöhte sich trotzdem unerklärt um 303,20 Euro auf 49.347,18 Euro. Nun möchten die Verantwortlichen noch die erst jüngst eingebuchten 1.000 Aktien von GFT Technologies 580060 wohl mit Verlust zu mindestens 2,80 Euro ausbuchen.
Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das langfristig ausgerichtete Musterportfolio haben ihre 2.500 Anteile der MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG A0B95Y mit einem Gewinn von 50 Prozent zu sechs Euro ausgebucht.
Änderungen im Musterdepot des Chart Trader:
Im Musterportfolio sind die 132 börsennotierten Fonds (ETF; WKN 593 392) auf den MDAX mit einem Verlust von vier Prozent ausgestoppt worden. Die 330 Anteile an der Aareal Bank 540811 sind mit einem Gewinn von sechs Prozent ausgestoppt worden und die 350 Aktien der Axel Springer AG mit einem Plus von fünf Prozent.
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