Börsenwelt Presseschau I: Die Deutsche Lufthansa sowie Centrotherm Photovoltaics, Manz und Roth & Rau unter der Lupe
Die Börse am Sonntag ist zuversichtlich für die Deutsche Lufthansa, jedoch gibt es auch noch die Konjunktursorgen, weshalb ein Derivat eine gute Lösung sein dürfte. Der Gold- und Rohstoff-Report sieht nicht für alle Solarunternehmen die Sonne untergehen; möglicherweise sind Centrotherm Photovoltaics, Manz und Roth + Rau die gewinnträchtigen Ausnahmen. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Börse am Sonntag erinnern daran, dass die Deutsche Lufthansa den Umsatz im ersten Quartal des laufenden Jahres auf einen Rekordwert gesteigert hat. Aufgrund von Steuererhöhungen und Abgaben sowie eines gestiegenen Treibstoffpreises sank das operative Ergebnis allerdings. Mit dem zu Jahresbeginn beschlossenen Restrukturierungsprogramm SCORE sollen die Kosten, vor allem die Personalkosten gesenkt werden. Bis Ende des Jahres 2014 sollen so mindestens 1,5 Milliarden Euro eingespart werden. Da derzeit der Ölpreis sinkt und die Passagierzahlen steigen und lediglich das Frachtaufkommen nachgibt, könnte sich die geschäftliche Lage der Lufthansa zusätzlich verbessern. Allerdings sind die Aussichten für die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur und somit auch der weiteren Entwicklung der Auslastung der Fluggesellschaft unsicher. Dafür hat die Deutsche Lufthansa nach Angaben von Andrew Lobbenberg, Analyst von HSBC, die beste Bilanz aller großen europäischen Fluggesellschaften. Zudem würde die Geschäftslage nicht so stark schwanken wie bei den Wettbewerbern. Analystenschätzungen zufolge beträgt das KGV für dieses Jahr 27, wird aber im nächsten Jahr deutlich sinken. Zudem gibt es bei acht Euro eine starke charttechnische Unterstützungslinie. Deshalb ist die Aktie kaufenswert. Vorsichtigere Anleger sollten das am 28. Dezember 2012 fällige capped Bonus-Zertifikat (WKN DE8 KD1) der Deutschen Bank auf die Deutsche Lufthansa kaufen. Die Bank tilgt mit zehn Euro, wenn der Aktienkurs während der Laufzeit nie auf sieben Euro oder weniger sinkt. Das entspräche einer Rendite von 8,8 Prozent beziehungsweise 18,7 Prozent auf ein Jahr gerechnet.

Der Gold- und Rohstoff-Report: Drei Solar-Aktien mit Hoffnung
Die geschäftliche und teilweise auch die finanzielle Lage der Maschinen- und Anlagenbau-Konzerne in der Solarbranche sind schwach. Dafür haben die unsichere Lage bezüglich der staatlichen Subventionen, die unsichere Entwicklung der Installationsmärkte, die billigeren asiatischen Wettbewerber, die Überkapazitäten bei Solarprodukten und der daraus folgende Preisverfall gesorgt. Nachdem bereits einige Produktionsfirmen für Solarmodule insolvent geworden sind, kommen nach Aussage der Experten des Gold- und Rohstoff-Reports nun Hersteller von Anlagen für die Produktion von Solar-Zellen und -Module in Bedrängnis. Viele Kunden können sich derzeit keine Investitionen in neue Maschinen leisten.
Centrotherm Photovoltaics gehört zu den weltweit führenden Herstellern von schlüsselfertigen Produktionslinien, mit denen Solar-Zellen und -Module gefertigt werden. Seit dem zweiten Halbjahr 2011 erwirtschaftet das Unternehmen Verluste. Im März dieses Jahres kündigte der Konzern 400 der 1.900 Mitarbeiter und hat neue Entlassungen angekündigt. Jüngst wurden Finanzierungsprobleme bekannt. Anleger hoffen auf positive Effekte nach dem Kompromiss für die Solar-Subventionen in Deutschland und die Chancen, in Japan mehr Geschäfte zu machen. Allerdings könnte sogar die Existenz von Centrotherm gefährdet sein, wenn die Nachfrage und damit die Auslastung nicht schnell wieder steigen.
Der Manz AG geht es vergleichsweise gut. Die Firmengruppe produziert in Deutschland, China, Taiwan, der Slowakei und Ungarn und beschäftigte zu Anfang des laufenden Jahres rund 2.000 Mitarbeiter. Der Erfolg hängt mit der Drei-Säulen-Strategie zusammen. Manz baut Fertigungsanlagen, mit denen Solarmodule hergestellt werden, Produktionsanlagen für die Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien und Anlagen zur Produktion von Flachbildschirmen und berührungsempfindlichen Bildschirmen (touchpanels). Aufgrund dieser Spezialisierung könnte das Unternehmen weiter wachsen. Konzerngründer und Vorstandsvorsitzender Dieter Manz sieht für sein Unternehmen so viel Spielraum, dass er immer wieder beeindruckende Mengen der Aktien kauft.
Die Roth & Rau AG ist im Frühjahr 2011 vom Schweizer Solarkonzern Meyer Burger übernommen worden. Nach deutlich gesunkenen Umsätzen im vergangenen Jahr hat der Vorstand im Frühjahr 2012 ein Restrukturierungsprogramm beschlossen, bei dem die Zahl der Mitarbeiter von 1.350 auf 1.150 verringert werden soll. Die Branchenkrise soll sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Die Geschäftsleitung von Meyer Burger hat verlauten lassen, dass "Meyer Burgers Engagement für eine nachhaltige Forschung und Entwicklung im Photovoltaik-Bereich durch die solide Finanzlage des Unternehmens, basierend auf einer starken Cash-Position (...) abgesichert wird." Damit sei die künftige Entwicklung und der Ausbau des Portfolios an zukunftsorientierten Technologien und Systemen der Meyer Burger Gruppe gewährleistet. Roth & Rau dürfte dank des Mutterkonzerns also viel Luft für eine nachhaltige, erfolgreiche Entwicklung bleiben.
Am 11. und 12. September laden der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und das Kompetenznetzwerk SolarInput Maschinen- und Anlagenbau-Konzerne sowie Solarfirmen ein, um Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit und Synergien zu prüfen. Als Referenten haben unter anderem zugesagt: Bosch Solar Energy AG, Jenoptik Automatisierungstechnik GmbH und - Centrotherm.
Änderungen in Musterdepots des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das Trendfolge-Musterportfolio haben ihre 100 börsennotierten Fonds (ETF; WKN ETF 004) auf den DAX mit einem Verlust von drei Prozent zu 55,55 Euro ausgebucht sowie die 555 Put-Optionsscheine (WKN DZ3 SZT) auf das Währungspaar Euro/Dollar mit einem Gewinn von 17 Prozent zu 14,99 Euro. Dafür haben sie 55 ETF (WKN ETF 001) auf den DAX zu 63,856 Euro eingebucht sowie 330 Call-Optionsscheine (WKN DZ3 S18) auf das Paar Euro/Dollar zu 8,73 Euro.
Die Verantwortlichen für das kurzfristig orientierte Musterdepot haben ihre 1.111 Put-Optionsscheine (WKN LS3 DLE) auf Kontron mit einem Verlust von 13 Prozent zu 1,20 Euro ausgebucht.
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